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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

16.11. - 18.11.2007, Hannover

Praktische Sonografie und Echokardiografie im Selbststudium für Studierende der Tiermedizin: ein modernes Unterrichtsmodell für das 4. bis 9. Semester

Vortrag/Lecture

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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung - GMA. Hannover, 16.-18.11.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07gma183

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gma2007/07gma183.shtml

Veröffentlicht: 14. November 2007

© 2007 Poulsen Nautrup.
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Gliederung

Text

Die Sonografie und Echokardiografie stellen nicht nur Routineuntersuchungen in der Humanmedizin dar, sondern sind auch fester Bestandteil in vielen experimentellen und klinischen Bereichen der Tiermedizin. Die Qualität und damit die Aussage einer diagnostischen Ultraschalluntersuchung hängt von den theoretischen Kenntnissen und den praktischen Erfahrungen des Untersuchenden ab. So steht vor der Befundung und Beurteilung der Sonografien und Echokardiografien deren Erstellung am Patienten und diese wird üblicherweise durch den Tierarzt/die Tierärztin selbst vorgenommen. Bisher hatten nur wenige, interessierte Studierende die Möglichkeit, sich mit der praktischen Sonografie mehr oder weniger intensiv, meist unter Verwendung eines veralteten Ultraschallequipments, auseinanderzusetzen.

Seit Mitte Juni dieses Jahres steht den Studierenden der Tierärztlichen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität, München, ein sinnvoll eingerichteter Ultraschall-Übungsraum zur Verfügung, in dem drei bis vier Gruppen, bestehend jeweils aus zwei bis vier Studierenden, an vier modernen Ultraschallsystemen die Sonografie und Echokardiografie praktisch erlernen können.

Die Finanzierung dieser Einrichtung erfolgte aus Studienbeiträgen sowie durch Unterstützung der Industrie.

Alle zur Verfügung stehenden modernen Ultraschallgeräte sind mit mindestens zwei multifrequenten Schallköpfen bestückt. Für die Sonografie des Abdomens können Konvex-, Mikrokonvex- und Linearschallköpfe mit Frequenzen zwischen 3,5 und 13 MHz eingesetzt werden. Ein System mit Phased-Array-Schallköpfen von 2,5 bis 7,5 MHz und integrierter EKG-Einrichtung ist für die Echokardiografie vorgesehen. Drei Ultraschallsysteme erlauben neben den gebräuchlichen ein- und zweidimensionalen B-Bildverfahren zusätzlich den Einsatz verschiedener Dopplertechniken wie Farbduplex, Powerdoppler sowie PW- und CW-Dopplerverfahren. Veterinär- und humanmedizinische Messprogramme sind vorhanden.

Die Ausstattung des Ultraschall-Übungsraums beinhaltet Verdunklung, Klimaanlage, Tische und höhenangepasste Sitzmöglichkeiten für die Untersuchenden und Tierhalter. Spezielle Polsterungen für die weiche, aber trotzdem leicht fixierende Lagerung bei der abdominalen Untersuchung der Tiere sind ebenso vorhanden wie spezielle Tischaufsätze für die Echokardiografie von Hund und Katze.

Als Probanden bringen die Studierenden ihre eigenen Hunde, Katzen und Heimtiere wie Kaninchen, Meerscheinchen, Frettchen, Ratte oder Reptilien mit. Weiterhin können nach Absprache Schafe und Ziegen sowie Gliedmaßenpräparate von Pferden und Rindern sonografisch untersucht werden.

Derzeit haben die Studierenden die Möglichkeit, 20 Wochenstunden im Ultraschalllabor zu üben. Die Aufsicht und bedarfsweise fachkundige Anleitung der Studierenden während dieses selbstständigen Ultraschalltrainings erfolgt durch in der Sonografie bewanderte Tierärzte/Tierärztinnen, d. h. Doktoranden/Doktorandinnen. Die zu bewältigenden organisatorische Aufgaben beinhalten die Gruppeneinteilung mit Zuweisung der Ultraschallsysteme in Abhängigkeit der geplanten Übungen und der zu untersuchenden Spezies sowie die Zusammenstellung der Gruppen unter Berücksichtigung der Verträglichkeit der Probanden untereinander. Zudem unterstützen die Aufsichtspersonen die Studierenden tatkräftig durch Verbesserung der Geräteeinstellungen und Optimierung der Schallpositionen. Außerdem nutzen die Studierenden Fachbücher und das auf zwei Computern installierte Ultraschalllernprogramm „SonoBasics“ [1], um ihre sonografischen Fertigkeiten zu verbessern und ihre Ergebnisse zu überprüfen.

Obwohl die Nutzung des Ultraschall-Übungsraumes freiwillig ist, und die praktische Sonografie derzeit kein veterinärmedizinisches Prüfungsthema darstellt, ist die Nachfrage nach Trainingseinheiten groß und die Auslastung der bereitstehenden Systeme hervorragend.

Ein derartige Einrichtung zum praktischen Selbststudium von Sonografie und Echokardiografie stellt eine sinnvolle und von den Studierenden begeistert angenommene Ergänzung im Rahmen der veterinärmedizinischen Ausbildung dar.


Literatur

1.
Poulsen Nautrup C. SonoBasics – Lernprogramm zur abdominalen Sonografie bei Hund und Katze. 7 CDs. Hannover: Schlütersche Verlagsgesellschaft; 2006.