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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

16.11. - 18.11.2007, Hannover

Förderung von Diagnosekompetenz bei Studierenden der Medizin durch fall- und beispielbasiertes Lernen: Der Einfluss von Fehlern und Feedback

Vortrag/Lecture

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  • corresponding author Martin R. Fischer - Klinikum der Univ. München, Med. Klinik - Innenstadt, München, Deutschland
  • author Veronika Kopp - Klinikum der Univ. München, Med. Klinik - Innenstadt, München, Deutschland
  • author Robin Stark - Universität des Saarlandes, Fakultät für Empirische Humanwissenschaften, Saarbrücken, Deutschland

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung - GMA. Hannover, 16.-18.11.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07gma164

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gma2007/07gma164.shtml

Veröffentlicht: 14. November 2007

© 2007 Fischer et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Viele Studierende haben zu Beginn des klinischen Studienabschnitts erhebliche Schwierigkeiten, diagnoserelevantes Wissen kompetent anzuwenden. Auf der Grundlage dieser Befunde wurde ein Ansatz zum situierten, beispielbasierten Lernen im Bereich arterieller Hypertonie im Kontext einer fallbasierten computergestützten Lernumgebung umgesetzt, die sich bereits in der Medizinerausbildung bewährt hat. Um die Effektivität dieses Ansatzes zu steigern und die Diagnosekompetenz der Studierenden zu fördern, wurden zwei zusätzliche Maßnahmen implementiert: Fehler und Feedback.

Methoden: Im Rahmen einer experimentellen Laborstudie wurden beide Maßnahmen experimentell variiert. 153 Studierende im klinischen Studienabschnitt wurden vier Bedingungen eines 2 x 2-faktoriellen Designs (mit Fehler vs. ohne Fehler; elaboriertes Feedback vs. Knowledge of Result-Feedback) zufällig zugewiesen. Um die Nachhaltigkeit zu überprüfen, wurde eine Subgruppe der Probanden (n = 52) mit Studierenden, die nicht an der Studie teilgenommen hatten (n = 145), hinsichtlich der Ergebnisse einer regulären MC-Prüfung verglichen.

Ergebnisse: Der Erwerb konzeptuellen Wissens wurde sowohl durch Fehler als auch durch elaboriertes Feedback gefördert (Haupteffekte Fehler und Feedback). Handlungsnähere Aspekte der Diagnosekompetenz wurden vor allem in der Bedingung mit Fehler-elaboriertes Feedback unterstützt (Interaktion Fehler x Feedback). Diese Effekte blieben bei Kontrolle der Lernzeit stabil. Weder Akzeptanz noch subjektiver Lernerfolg wurden durch die beiden Faktoren beeinflusst. Die Ergebnisse der Untersuchung zur Nachhaltigkeit zeigten einen signifikanten Unterschied in die gewünschte Richtung. Studierende, die an der Studie teilgenommen hatten, schnitten signifikant besser in der MC-Prüfung ab als Studierende, die nicht daran teilgenommen hatten.

Schlussfolgerung: Diese Befunde zeigen, dass der implementierte Ansatz zum fallbasierten Lernen mit Lösungsbeispielen viel versprechende Möglichkeiten bietet, den Erwerb von Diagnosekompetenz bei Studierenden der Medizin substanziell und auf ökonomische Weise zu fördern.