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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

16.11. - 18.11.2007, Hannover

Das Propädeutikum im Modellstudiengang Medizin an der Medizinischen Hochschule Hannover: Konzept und Evaluationsergebnisse

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  • corresponding author Christoph Gutenbrunner - Medizinische Hochschule Hannover, Klinik für Physikalische Medizin und Rehabilitation, Hannover, Deutschland

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung - GMA. Hannover, 16.-18.11.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07gma42

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gma2007/07gma042.shtml

Veröffentlicht: 14. November 2007

© 2007 Gutenbrunner.
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Gliederung

Text

Einleitung, Fragestellung: An der Medizinischen Hochschule Hannover wurde mit dem Studienjahr 2005/2006 ein Modellstudiengang Medizin eingeführt, und zwar für alle Studierenden des Jahrgangs (n=270). Dabei wird vor allem auf eine Orientierung des Studiums auf die praktische ärztliche Tätigkeit und die Einbeziehung von Patien-ten in das Studium abgestellt. Für den Beginn des Studiums wurde zur Einführung in die Medizin ein Propädeutikum entwickelt und durchgeführt. Wesentliche Zielsetzungen waren

  • die Darstellung der ärztlichen Problemlösungsstrategien
  • die Problementwicklung an realen Patienten
  • die Darstellung der Notwendigkeit der klinisch-theoretischen Fächer für den ärztlichen Beruf.

Methodik: Es wurde eine fünfwöchige ganztägige Lehrveranstaltung konzipiert. Dabei wurden ein einheitliches Grundschema „vom Patientenproblem zu Diagnose, Therapie und Rehabilitation“ geschaffen und als Raster für alle Lehrenden zur Verfügung gestellt. Sämtliche Themen orientierten sich an realen Patienten, wobei die jeweiligen Patientin im Hörsaal vorgestellt und befragt wurden. Die gesamte Lehrveranstaltung wurde in Themenblöcke eingeteilt, in denen jeweils von Wochenkoordinatoren/innen die Inhalte an konkreten Krankheits- bzw. Symptombildern entwickelt wurden. Jede der Themenwochen wurde interdisziplinär und unter Einbeziehung der klinisch-theoretischen Fächer von 10 bis 15 Dozenten/innen gelehrt. Die einzelnen Themenwochen und Koordina-toren waren

  • Bluthochdruck und Nierenerkrankungen (Lehrverantwortlicher: Prof. H. Haller, Nephrologie)
  • Rückenschmerzen (Lehrverantwortliche: Prof. Chr. Gutenbrunner, Physikalische und Rehabilitative Medizin, Prof. Dr. D. Berens von Rautenfeld, Anatomie)
  • Krebserkrankungen (Brustkrebs) (Lehrverantwortliche: Prof. Dr. E. Hummers-Pradier; Allgemeinmedizin, Prof. B. Lohff, Geschichte Ethik und Philosophie in der Medizin)
  • Lungenerkrankungen (Lehrverantwortlicher: Prof. T. Welte, Pneumologie)
  • Wachstum und Entwicklung (Prof. J. Ehrich, Pädiatrie; PD K. Lange, Medizinische Psychologie)(Im Studienjahr 2006/2007 wurden die vierte und fünfte Themenwoche zu einem Wochenblock zusammengefasst).

Lehrformen waren Vorlesungen, Seminare, Praktika und Hausaufgaben, wobei der Schwerpunkt aufgrund der Personalsituation bei den Vorlesungen lag. Am Ende der Woche wurde gemeinsam mit den Dozenten eine Podiumsdiskussion durchgeführt, z.B. um fachspezifische Termini oder evtl. entstandene Widersprüche gemeinsam mit den Studierenden zu diskutieren. Nach jeder Themenwoche wurde eine Klausur durchgeführt, deren Bestehen die Voraussetzung für die Teilnahme an den Lehrveranstaltungen des zweiten Studienjahres waren.

Ergebnisse: Die Lehrveranstaltung wurde nach der in der Medizinischen Hochschule üblichen Standardmethodik nach Fischer evaluiert. Die Ergebnisse zeigen sehr gute Gesamtbeurteilungswerte (Skala: 1 bis 15 Punkte) für die einzelnen Themenwochen (von 10,9 ± 1,5 bis 11,4 ± 1,4) mit geringfügig abfallender Tendenz im Verlauf. Das Interesse der Studierenden war an der ersten und dritten Themenwoche am höchsten, wobei die Unterschiede insgesamt nur gering waren. Die von den Studierenden angegeben Kenntnisse zu den Themen konnte in allen Themenwochen hochsignifikant gesteigert werden.

Diskussion: Insgesamt zeigt sich, dass das Propädeutikum mit einer an Patientenfällen orientierten fachübergreifenden Lehre von den Studierenden im ersten Studienjahr sehr gut angenommen wird. Dabei wird von den Stu-dierenden eine noch intensivere Verzahnung mit den theoretischen Fächern wie Physik, Anatomie u.a. gewünscht. Für das Studienjahr 2006/2007 wurde aufgrund der Klartextantworten, von Arbeitsgruppensitzungen mit den Lehrverantwortlichen und in der Studienkommission eine Reduktion der Lehrveranstaltung auf vier Themenwochen und eine optimierte Verzahnung mit den anderen Fächern im ersten Studienjahr vorgenommen.