gms | German Medical Science

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

10.11. bis 12.11.2006, Köln

Interdisziplinäre OSCE als alternative Prüfungsform für das Fach Arbeitsmedizin

Vortrag

  • corresponding author Birgit Emmert - Georg-August Universität Göttingen, Abteilung Arbeits- und Sozialmedizin, Göttingen, Deutschland
  • author Anja Hitz - Georg-August Universität Göttingen, Abteilung Arbeits- und Sozialmedizin, Göttingen, Deutschland
  • author Jürgen Bünger - Berufsgenossenschaftliches Forschungsinstitut für Arbeitsmedizin (BGFA) Bochum, Bochum, Deutschland
  • author Ernst Hallier - Georg-August Universität Göttingen, Abteilung Arbeits- und Sozialmedizin, Göttingen, Deutschland
  • author Anne Simmenroth-Nayda - Georg-August Universität Göttingen, Abteilung Allgemeinmedizin, Göttingen, Deutschland
  • author Jean-Francois Chenot - Georg-August Universität Göttingen, Abteilung Allgemeinmedizin, Göttingen, Deutschland

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung - GMA. Köln, 10.-12.11.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06gma043

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gma2006/06gma043.shtml

Veröffentlicht: 23. Oktober 2006

© 2006 Emmert et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Seit Sommersemester 2004 wird mit Einführung der modularen Lehre an der medizinischen Fakultät in Göttingen der interdisziplinäre Kurs "Ärztliche Basisfähigkeiten“ mit einer Objective Structured Clinical Examination (OSCE) als alternative Prüfungsform zur bekannten Multiple Choice Prüfung (MCQ) geprüft. Die Abteilung Arbeits- und Sozialmedizin (ASM) vermittelt im Kurs die Grundlagen der Arbeits- und Sozialanamnese und beteiligt sich mit einer Station an der interdisziplinären OSCE. Bisher für dieses Fachgebiet keine Erfahrungen mit dieser Prüfungsform.

Methode: Für die Prüfung wurden ein Setting und eine Checkliste entwickelt und pilotiert. Die Studierenden sollten an der Station ASM bei einem geschulten Simulationspatienten (SP) eine beschwerdebezogene Anamnese unter Berücksichtigung arbeits- und sozialmedizinischer Aspekte erheben. Zur Überprüfung der Reliabilität der Station erfolgte die Bewertung anhand einer Checkliste und der Globalbeurteilung durch zwei Prüfer. Die Akzeptanz der OSCE als Prüfungsform und der OSCE-Station ASM wurden mithilfe eines Fragebogens evaluiert. Zusätzlich wurden Kosten- und Zeitaufwand erhoben.

Ergebnisse: Die Interrater-Übereinstimmung an der Station lag im Kappa-Test mit einem Kappa von 0,56 (KI 0,48-0,65) in einem befriedigenden Bereich. Die ca. 200 Studierenden pro Semester evaluierten die interdisziplinäre OSCE als überwiegend "fair/objektiv“ und "im Schwierigkeitsgrad“ angemessen. 43,6% fanden, die Prüfung habe Spaß gemacht und 40% konnten dem noch „teilweise“ zustimmen. Die Aufgabenstellung der Station ASM war für 79.2% „klar und deutlich formuliert“. Für 70,8% "wirkte der SP authentisch“ und für 62.5% "spiegelten die Prüfungsinhalte der OSCE die Kurs-Themen wider“. Das Schwierigkeitsniveau fanden 91,6% "gerade richtig“. Der Zeitaufwand für die Prüfung der ca. 200 Studierenden pro Semester beträgt insgesamt 26h an 4 Nachmittagen bei Kosten von 2-3 € pro Student.

Diskussion/Schlußfolgerung: Trotz des zur MQC vergleichsweise erheblich höheren Organisations- und Zeitaufwandes haben die insgesamt positiven Ergebnisse der Evaluation zur Weiterführung der interdisziplinären OSCE als Alternative zur herkömmlichen Prüfungsform ermutigt.