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Forum Medizin 21, 45. Kongress für Allgemeinmedizin und Familienmedizin

Paracelsus Medizinische Privatuniversität in Zusammenarbeit mit der Deutschen, Österreichischen und Südtiroler Gesellschaft für Allgemein- und Familienmedizin

22.09. - 24.09.2011, Salzburg, Österreich

Opioidtherapie bei chronischen, nicht tumorbedingten Schmerzen – Eine Analyse des Verschreibungsverhaltens von Allgemeinmedizinern in Südtirol

Meeting Abstract

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  • corresponding author Anna Vögele - Ausbildung für Allgemeinmedizin SAKAM, Bruneck, Italien

45. Kongress für Allgemeinmedizin und Familienmedizin, Forum Medizin 21. Salzburg, 22.-24.09.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11fom196

DOI: 10.3205/11fom196, URN: urn:nbn:de:0183-11fom1961

Veröffentlicht: 14. September 2011

© 2011 Vögele.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Der chronische Schmerz ist ein häufiges Problem, mit dem sich immer mehr Patienten an ihren Hausarzt wenden. Gemäß dem WHO Stufenschema der Schmerztherapie empfiehlt sich der Einsatz von Opioiden ab der 2.Stufe . Es sind dies jene Analgetika mit der stärksten Wirkung, welche jedoch erhebliche potentiell gefährliche Nebenwirkungen bergen, die es bei Verschreibung und Therapie zu berücksichtigen gilt. Diese Arbeit geht nun der Frage nach, wie es die Allgemeinärzte speziell in Südtirol mit der Verschreibung von opioidhaltigen Medikamenten bei nicht tumorbedingten Schmerzen halten.

Material und Methoden: Die Erhebung wurde mittels Email-Umfrage durchgeführt. 74 südtiroler Allgemeinmediziner wurden angeschrieben. Die gewonnenen Daten wurden deskriptiv statistisch ausgewertet.

Ergebnisse: Die Rückantwortquote betrug 64,3%. Der Großteil der Befragten sind langjährig erfahrene Allgemeinmediziner (60% sind seit mehr als 20 Jahren in einer allgemeinmedizinischen Praxis tätig), die in der Peripherie tätig sind und viele Patienten (mehr als 1.500) betreuen (77,7%). Niedrigpotente Opioide wurden bei chronischen, nicht tumorbedingten Schmerzen häufiger von Hausärzten auf dem Land als von jenen im Stadtgebiet verschrieben, während hochpotente Opioide im Vergleich etwas häufiger von Hausärzten in Stadtgebieten verschrieben wurden. Der Großteil der Befragten verschrieb niedrigpotente Opioide bei chronischem, nicht malignem Schmerz aus eigener Initiative, bei hochpotenten Opioiden jedoch wurde von etwas mehr als der Hälfte der Befragten angegeben, dass ein Facharzt die Therapie vorgeschlagen hatte. Bezüglich Therapieverordnung und -management fühlten sich Allgemeinmediziner, die viele Patienten (>1.500) zu betreuen hatten, deutlich sicherer als Kollegen mit weniger Patienten.