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Forum Medizin 21, 45. Kongress für Allgemeinmedizin und Familienmedizin

Paracelsus Medizinische Privatuniversität in Zusammenarbeit mit der Deutschen, Österreichischen und Südtiroler Gesellschaft für Allgemein- und Familienmedizin

22.09. - 24.09.2011, Salzburg, Österreich

Erhebung der Inanspruchnahme von Komplementärmedizin – ein validierter und standardisierter Fragebogen

Meeting Abstract

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45. Kongress für Allgemeinmedizin und Familienmedizin, Forum Medizin 21. Salzburg, 22.-24.09.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11fom194

DOI: 10.3205/11fom194, URN: urn:nbn:de:0183-11fom1944

Veröffentlicht: 14. September 2011

© 2011 Güthlin et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Komplementär-/Alternativmedizin erfreut sich zunehmender Beliebtheit, wobei Allgemeinmediziner/innen bevorzugt um Information gebeten und mit Behandlungswünschen konfrontiert werden. Entsprechend sollte ein validiertes Instrument vorliegen, mit dem sich die Inanspruchnahme in allgemeinmedizinischen Versorgungsforschungsstudien standardisiert erheben lässt.

Bisher fällt auf, dass Inanspruchnahmeraten von Studie zu Studie stark schwanken. Dies ist nicht nur mit länderspezifischen Unterschieden zu erklären, sondern auch mit der Wahl unterschiedlicher Erhebungsinstrumente sowie heterogener Bezugszeiträume. Meist werden in Studien selbst konzipierte Fragebögen eingesetzt, die nicht von psychometrisch geschulten Experten entworfen worden sind und weder Zeiträume noch Modalitäten der Komplementärmedizin einheitlich erfassen. Der englischsprachige NAFKAM I-CAM-Q ist ein diesbezüglich standardisierter Fragebogen eines internationalen Konsortiums [1], der von uns ins Deutsche übertragen und validiert wurde. Er wird derzeit in vier weitere Sprachen übersetzt und es kann somit eine standardisierte Erfassung über Sprachgrenzen hinweg gewährleistet werden.

Material und Methoden: Zunächst wurde eine Übersetzung durch Englisch- und Deutschsprachige mit Vorwärts-, Rückwärtsübersetzung und Adaptation vorgenommen. Dann wurde eine vorläufige Version mit kognitiven Prätests in der Allgemeinmedizin pilotiert und die daraus entstandene Version in einer Stichprobe an Erkrankten (Brustkrebspatientinnen) sowie der Normalpopulation validiert.

Ergebnisse: Der Fragebogen:

Der ins Deutsche übersetzte Fragebogen umfasst vier Seiten, auf denen jeweils eine Liste komplementärmedizinischer Methoden abgefragt wird. Die erste Seite erfragt, von welchen Anbietern die Befragten im letzten Jahr behandelt wurden (z.B. Arzt/Ärztin für Naturheilverfahren, Hausarzt/ärztin), während auf der zweiten Seite explizit nach Behandlungsverfahren gefragt wird, die Befragte von Ärzten erhielten (z.B. Akupunktur, Homöopathie). Auf den folgenden Seiten lassen sich komplementärmedizinische Produkte eintragen sowie aus einer Liste Selbsthilfemaßnahmen auswählen (z.B. Yoga).

Schlussfolgerung/Implikation: Mit dem deutschen Fragebogen für Komplementärmedizin liegt zur Konferenz ein validierter Fragebogen vor (Publikation in Vorbereitung), mit dem sich Komplementärmedizin in allen Facetten (Behandler, Methoden, Produkte, Selbsthilfetechniken) standardisiert erfassen lässt. Er eignet sich besonders für Studien der Versorgungsforschung und kann in der Allgemeinmedizin ohne weitere Adaptation eingesetzt werden.


Literatur

1.
Quandt SA, Verhoef MJ, Arcury TA, Lewith GT, Steinsbekk A, Kristoffersen AE et al. Development of an international questionnaire to measure use of complementary and alternative medicine (I-CAM-Q). J Altern Complem Med. 2009;15(4):331–9.