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Forum Medizin 21, 45. Kongress für Allgemeinmedizin und Familienmedizin

Paracelsus Medizinische Privatuniversität in Zusammenarbeit mit der Deutschen, Österreichischen und Südtiroler Gesellschaft für Allgemein- und Familienmedizin

22.09. - 24.09.2011, Salzburg, Österreich

Smooth – Strukturierte Langzeitnachsorge für Patienten nach Sepsis

Meeting Abstract

  • author presenting/speaker Konrad Schmidt - Institut für Allgemeinmedizin, Universitätsklinikum Jena, Jena, Deutschland
  • author Friederike Müller - Institut für Allgemeinmedizin, Universitätsklinikum Jena, Jena, Deutschland
  • author Paul Thiel - Institut für Allgemeinmedizin, Universitätsklinikum Jena, Jena, Deutschland
  • author Frank Brunkhorst - Klinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie Universitätsklinikum Jena, Jena, Deutschland
  • author Dimitry S. Davydow - Department of Psychiatry and Behavioral Sciences University of Washington at Harborview Medical Center, Seattle, Vereinigte Staaten
  • author Christoph Engel - Institut für Medizinische Informatik, Statistik und Epidemiologie, Universität Leipzig, Leipzig, Deutschland
  • author Christoph Heintze - Institut für Allgemeinmedizin, Universitätsmedizin Berlin, Berlin, Deutschland
  • corresponding author Jochen Gensichen - Institut für Allgemeinmedizin, Universitätsklinikum Jena, Jena, Deutschland

45. Kongress für Allgemeinmedizin und Familienmedizin, Forum Medizin 21. Salzburg, 22.-24.09.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11fom098

DOI: 10.3205/11fom098, URN: urn:nbn:de:0183-11fom0982

Veröffentlicht: 14. September 2011

© 2011 Schmidt et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Durch älter werdende Bevölkerung und steigende Invasivität der modernen Hochleistungsmedizin nimmt die Anzahl überlebender Sepsispatienten in Deutschland kontinuierlich zu. Etwa 60.000 Menschen überstehen hierzulande jährlich die schwere Infektion [1] und leiden über Jahre unter Komplikationen wie Neuropathien, posttraumatischer

Belastungsstörung, Depressionen oder chronischem Schmerz. Diese Langzeitverläufe sind bislang wenig erforscht, dazu existieren kaum Einrichtungen, Programme oder Leitlinien für eine effektive Nachbetreuung. Der Großteil dieser oft multimorbiden Patienten wird in Hausarztpraxen versorgt.

Ziel der Smooth-Studie ist es, die Effekte eines poststationären Nachsorgeprogramms für Sepsispatienten mit dem Schwerpunkt im hausärztlichen Bereich zu untersuchen.

Material und Methoden: Nach einer überlebten Sepsis sollen die Patienten in Zusammenarbeit mit den behandelnden Hausärzten aktiv und strukturiert über insgesamt ein Jahr begleitet werden. Der Struktur eines Disease Management Programms (DMP) entsprechend gliedert sich die Intervention in drei Bereiche (Abbildung1 [Abb. 1]):

  • Entlassungsmanagement mit strukturiertem Informationsfluß angelehnt an das transitional-care-Konzept nach Coleman [2]
  • Schulung von Hausärzten und Patienten zu sepsisbezogenen Krankheitsbildern mit leitliniengerechten Therapieoptionen und
  • regelmäßiges Monitoring der Patienten durch speziell entwickelte Telefoninterviews zu den Hauptkomplikationen der Sepsis.

Zentraler Akteur der Intervention ist als Patientenbegleiter der so genannte Case Manager. Als Ansprechpartner für den Hausarzt steht darüber hinaus als innovatives Element eines Versorgungssystems ein Liaisonarzt zur Verfügung. Dieser führt die Arztschulungen durch und bewertet die Ergebnisse des Monitorings (Abbildung 2 [Abb. 2]).

Ergebnisse:

Zielgrößen: Als primäre Zielvariable wird nach 6 Monaten die gesundheitsbezogene Lebensqualität der Patienten mit dem Fragenbogen SF 36 erhoben. Sekundäre Zielvariablen sind unter anderem die Erfassung von physischer Aktivität, Schmerzniveau, Depressionssymptomen, kognitiven Defiziten, neuropathischen Symptomen, Ernährungszustand, Zeichen einer posttraumatischen Belastungsstörung und stationären Aufenthalten. Die Erhebung erfolgt mit etablierten Messinstrumenten jeweils 6, 12 und 24 Monate nach Entlassung von der Intensivstation.

Studienpopulation: Überlebende Patienten nach einer schweren Sepsis oder einem septischen Schock (ICD-10: A41)

Studiendesign: zwei-armige Interventionsstudie, prospektiv, offen, multizentrisch, randomisiert.

Studienbeginn: Februar 2011

Projektlaufzeit: bis Juli 2015

Die SMOOTH Studie ist Teil des integrierten Forschungs- und Behandlungszentrums für Sepsis und Sepsisfolgen (IFB/CSCC: Center for Sepsis Control and Care) am Universitätsklinikum Jena und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert (Förderkennzeichen 01 E0 1002).

Die Ergebnisse einer ersten Zwischenauswertung können auf dem Kongress im September 2011 in die Präsentation einfließen.


Literatur

1.
Engel C, Brunkhorst FM, Bone HG, Brunkhorst R, Gerlach H, Grond S, et al. Epidemiology of sepsis in Germany: results from a national prospective multicenter study. Intensive Care Med. 2007;33(4):606-18.
2.
Coleman EA, Berenson RA. Lost in transition: challenges and opportunities for improving the quality of transitional care. Ann Intern Med. 2004;141(7):533-6.