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EbM & Individualisierte Medizin
12. Jahrestagung des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin

Deutsches Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e. V.

24.03. - 26.03.2011, Berlin

Das Leid der Leitlinien – Neues zur Implementierung

Meeting Abstract

  • corresponding author presenting/speaker Gabriele Meyer - Universität Witten/Herdecke, Department für Pflegewissenschaft, Witten, Deutschland
  • author presenting/speaker Stefan Wilm - Universität Witten/Herdecke, Institut für Allgemeinmedizin und Familienmedizin, Witten, Deutschland
  • author presenting/speaker Horst Christian Vollmer - Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen, Witten, Deutschland
  • Daniela Schoberer - LKH-Univ. Klinikum Graz, Fachbereich Evidence-based Nursing, Graz, Österreich
  • Gero Langer - Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, German Center for Evidence-based Nursing "sapere aude", Halle/Saale, Deutschland

EbM & Individualisierte Medizin. 12. Jahrestagung des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin. Berlin, 24.-26.03.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11ebm99

DOI: 10.3205/11ebm99, URN: urn:nbn:de:0183-11ebm998

Veröffentlicht: 23. März 2011

© 2011 Meyer et al.
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Gliederung

Text

Die Entwicklung evidenzbasierter Leitlinien ist aufwändig. Reviews und HTA-Reports zu Wirksamkeit und Kosten von Implementierungstechniken lassen bisher keine klare Empfehlung zu. In dieser Sitzung der FB Pflege & Gesundheitsförderung und Leitlinien soll der Wissenskorpus zu begünstigenden Faktoren und Barrieren der aktiven Leitlinienimplementierung durch Diskussion aktueller, systematisch evaluierter Techniken, ihrer Machbarkeit und Generalisierbarkeit erweitert werden.

1) G Meyer: Problemaufriss; Kurzvorstellung der Ergebnisse der Online-Befragung der DNEbM-Mitglieder zur Beteiligung an Leitlinien und Methoden der Patientenpartizipation.

2) HC Vollmar: Implementierung der DEGAM-Leitlinie „Demenz“ – Hilft viel doch viel? Multiple Implementierungszugänge haben dazu geführt, dass die Leitlinie die am häufigsten nachgefragte der DEGAM ist. Die eingeschränkte Internet-Verfügbarkeit und Präsenz konkurrierender nationaler Leitlinien erweist sich als Barriere.

3) S Wilm: Interdisziplinäre Implementierung von Qualitätsinstrumenten zur Versorgung von Menschen mit Demenz in Altenheimen. In der kontrollierten Studie wurde die hausärztliche DEGAM-Leitlinie „Demenz“ und die verstehende Diagnostik der „Rahmenempfehlungen zum Umgang mit herausforderndem Verhalten bei Menschen mit Demenz“ bei Pflegenden und Hausärzten in Altenpflegeheimen gleichzeitig eingeführt. Die Implementierung erwies sich als personal- und zeitaufwändig, jedoch als wirksam auf patientenseitige Outcomes wie Verhalten, Lebensqualität und Medikation.

4) D Schoberer, LKH Univ.-Klinikum Graz: Die Pflegepraxis ist kaum auf die Implementierung von Leitlinien vorbereitet, ein grundsätzliches Verständnis für wissenschaftsbasierte Steuerungsprozesse kann nicht vorausgesetzt werden. Am Standort Graz ist eine pflegewissenschaftliche Arbeitsgruppe mit der Leitlinienentwicklung nach internationalen Methoden beschäftigt. Erste Ergebnisse der strukturierten Implementierung in das klinische Setting liegen vor.

Moderation: G Langer.