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EbM & Individualisierte Medizin
12. Jahrestagung des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin

Deutsches Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e. V.

24.03. - 26.03.2011, Berlin

Analyse von Zentrumseffekten auf die Länge des progessionsfreien Überlebens bei Patienten mit Hodgkin Lymphom: Ergebnisse der Deutschen Hodgkin Studiengruppe (GHSG)

Meeting Abstract

EbM & Individualisierte Medizin. 12. Jahrestagung des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin. Berlin, 24.-26.03.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11ebm64

DOI: 10.3205/11ebm64, URN: urn:nbn:de:0183-11ebm643

Veröffentlicht: 23. März 2011

© 2011 Brillant et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Durch Therapieoptimierungsstudien wurde die Überlebenszeit für Patienten mit einem Hodgkin Lymphom (HL) in den vergangen Jahrzehnten bemerkenswert verbessert. Dennoch stellt sich die Frage, ob Zentrumseffekte möglicherweise Einfluss auf das progressionsfreie Überleben (PFS) besitzen. Diese Frage wurde anhand der Studiendaten der GHSG-Datenbank untersucht.

Material/Methoden: Zwischen 1988 und 2002 wurden 8.121 Patienten von deutschen Zentren in die GHSG-Studien HD 4-12 eingebracht. Nach Aufteilung des Gesamtdatensatzes in drei Einzeldatensätze wurden zunächst potentielle Zusammenhänge für die Studien HD 4-9 Teil A (2.223 Patienten, 532 PFS-Ereignisse) mittels einer Cox- Regressionsanalyse untersucht. Zur Validierung der Hypothese wurden ergänzend auch die Datensets HD 4-9 Teil B (2.216 Patienten; 512 PFS - Ereignisse) und HD 10-12 (3.682 Patienten; 509 PFS-Ereignisse) analysiert.

Ergebnisse: 42% der Patienten wurden von insgesamt 52 Universitätskrankenhäusern (UK), 47% der Patienten von 304 allgemeinen Krankenhäusern (KH) und 11% der Patienten von 144 unabhängigen Polikliniken/Schwerpunktpraxen (IOC) in die Studien eingebracht. Patienten aus kleinen Zentren (<50 insgesamt eingeschlossene Patienten) waren im Vergleich zu großen Zentren (>50 insgesamt eingeschlossene Patienten) durchschnittlich älter, hatten häufiger frühe Erkrankungsstadien, und wurden häufiger in die späteren Studien (HD7-9) eingebracht. Anhand der Cox-Regressionsanalyse konnten die bereits bekannten Parameter als ausschlaggebend für ein verkürztes PFS verifiziert werden (Signifikanzniveau P <0,01): Männliches Geschlecht, höheres Alter, B-Symptome, fortgeschrittenes Erkrankungsstadium, frühe Studiengeneration, ausschließliche Strahlentherapie, kein Erhalt von BEACOPP. Zwischen der Größe des Zentrums und der Länge des PFS konnte keine Korrelation festgestellt werden (HR=1,00; 95%CI = [0,99–1,00], P=0,763). Ebenso wenig zeigte sich eine Korrelation zwischen der Art des Zentrums (UK, KH oder IOC) und PFS. Diese Ergebnisse wurden in den Validations-Kohorten bestätigt.

Schlussfolgerung/Implikation: Die Analyse zeigte weder eine Korrelation zwischen PFS und der Größe des Zentrums noch eine Korrelation zwischen PFS und der Art des behandelnden Zentrums. Da diese Analysen auf einer sehr großen Zahl an Patienten und Ereignissen beruhen, können Zentrumseffekte, die einen Einfluss auf das PFS von HL Patienten haben, innerhalb der GHSG nicht nachgewiesen werden.