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EbM & Individualisierte Medizin
12. Jahrestagung des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin

Deutsches Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e. V.

24.03. - 26.03.2011, Berlin

Empfehlungen zur Manuellen Therapie bei lumbalen Rückenschmerzen in klinischen Leitlinien – ein systematischer Review

Meeting Abstract

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  • corresponding author presenting/speaker Johannes Grothues - HAWK Hochschule für Angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim, Hildesheim, Deutschland
  • author Jean-François Chenot - Universitätsmedizin Göttingen, Abt. Allgemeinmedizin, Göttingen, Deutschland

EbM & Individualisierte Medizin. 12. Jahrestagung des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin. Berlin, 24.-26.03.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11ebm32

DOI: 10.3205/11ebm32, URN: urn:nbn:de:0183-11ebm326

Veröffentlicht: 23. März 2011

© 2011 Grothues et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Manuelle Therapie (MT) ist eine verbreitete aber umstrittene Therapieoption bei Rückenschmerzen. Die vorliegende Arbeit hat das Ziel, die Empfehlungen für MT und deren Grundlage in klinischen Leitlinien zu untersuchen.

Material/Methoden: Es wurde eine systematische Recherche nach Leitlinien bei Medline, PEDro, Chochrane Libary, in Datenbanken für Leitlinien und im World Wide Web durchgeführt. Die Suche beschränkte sich auf Leitlinien die ab 2001 veröffentlicht wurden. Die qualitative Bewertung der Leitlinien wurde anhand der deutschen Version des Appraisal of Guidelines for Research & Evaluation (AGREE) vorgenommen.

Ergebnisse: Elf Leitlinien wurden in das Review eingeschlossen. Die Qualität der Leitlinien ist allgemein gut. Die meisten Leitlinien empfehlen MT für akute (acht von neun) und chronische (fünf von sechs) LRS. Keine Leitlinie formuliert eine negative Empfehlung. Es fehlen jedoch spezifische Angaben zu Indikationen für MT. Den Empfehlungen werden überwiegend hohe Evidenzstärken zugeordnet. Die Stärke der Empfehlung ist in vielen Leitlinien für akute und chronische LRS schwach. Heterogene oder fehlende Klassifikationssysteme für die Evidenzstärke und die Empfehlungsstärke erschweren dem Nutzer die Hintergründe der Empfehlungen nachzuvollziehen. Die zitierten Quellen und der Umfang an verwendeter Literatur variiert zwischen den Leitlinien.

Schlussfolgerung/Implikation: MT ist bei Patienten mit akuten und chronischen LRS eine leitliniengerechte Therapieoption. Die Empfehlungen der Leitlinien sind aber sehr unspezifisch und bieten dem Nutzer nur eine geringe Unterstützung bei der klinischen Entscheidungsfindung. Forschung mit präzise definierter MT und definierten Subgruppen von Patienten die am ehesten von MT profitieren wird benötigt für spezifische Leitlinienempfehlungen.