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EbM & Individualisierte Medizin
12. Jahrestagung des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin

Deutsches Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e. V.

24.03. - 26.03.2011, Berlin

Individualisierte Medizin – Das allgemeine Verständnis

Meeting Abstract

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  • corresponding author Bärbel Hüsing - Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung, Karlsruhe, Deutschland

EbM & Individualisierte Medizin. 12. Jahrestagung des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin. Berlin, 24.-26.03.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11ebm01

DOI: 10.3205/11ebm01, URN: urn:nbn:de:0183-11ebm019

Veröffentlicht: 23. März 2011

© 2011 Hüsing.
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Gliederung

Text

Der Begriff der „Individualisierten Medizin“ hat die Konnotation einer dem Menschen in besonderer Weise zugewandten Medizin. Tatsächlich versammeln sich unter diesem Begriff jedoch zahlreiche, heterogene Entwicklungen, denen teilweise das Potenzial eines Paradigmenwechsels zugeschrieben wird. Das Spektrum dieser Entwicklungen reicht von patientenindividuell gefertigten Impfstoffen, autologen Zelltherapien, Arzneimitteltherapien mit zugehörigen pharmakogenetischen Tests über die Prädiktion individueller Erkrankungsrisiken auf der Basis der Totalsequenzierung des Erbguts bis hin zum vorsorgenden Gesundheitsmanagement der eigenverantwortlich agierenden Selbstzahlenden und der Komplementärmedizin. Am Beispiel therapeutischer Unikate und der stratifizierten Arzneimitteltherapie werden Potenziale, Ziele und Herausforderungen aufgezeigt, die es zu meistern gilt, wenn die individualisierte Medizin in der me-dizinischen Routineversorgung etabliert werden soll. Hierzu zählen

  • die klinische Validierung neu identifizierter Biomarker,
  • translationale Forschung zur Fokussierung auf Entwicklungen, für die medizinischer Bedarf besteht und ein Beitrag zu verbesserter klinischer Entscheidungsfindung und zu einem verbesserten medizinischen outcome erwartet werden kann,
  • methodische Weiterentwicklungen von klinischen Studien in kleinen Patientenkollektiven und der Nutzenbewertung,
  • Neue Formen der abgestuften Einführung von Innovationen in die Versorgung in Abhängigkeit von der Datenlage,
  • „Geschäftsmodell Orphanisierung“ (?) und mögliche Implikationen für Nutzenbewertungen und Finanzierbarkeit,
  • wirksame Unterstützung des medizinischen Personals bei komplexer werdenden Therapieentscheidungen und höherem Erklärungsbedarf der Therapieoptionen und -sequenzen,
  • Umgang mit erhöhtem Bedarf bei begrenzten Ressourcen: Patientenverhalten, ethische Bewertung und Veränderungen im Arzt-Patient-Verhältnis.