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EbM – ein Gewinn für die Arzt-Patient-Beziehung?
Forum Medizin 21
11. EbM-Jahrestagung

Paracelsus Medizinische Privatuniversität, Deutsches Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e. V.

25.02. - 27.02.2010, Salzburg, Österreich

Kompetenztraining "Wissen macht stark und gesund" – ein Fortbildungsprogramm des Grazer Frauengesundheitszentrums

Meeting Abstract

  • corresponding author presenting/speaker Bettina Berger - Institut für Transkulturelle Gesundheitswissenschaften, Europa-Universität Viadrina, Frankfurt (Oder), Deutschland
  • Katharina Ebner - Frauengesundheitszentrum, Graz, Österreich
  • Eva Matyas - EbM Review Center an der Medizinischen Universität, Graz, Österreich
  • Sylvia Groth - Frauengesundheitszentrum, Graz, Österreich
  • Anke Steckelberg - Gesundheitswissenschaften, Universität, Hamburg, Deutschland

EbM – ein Gewinn für die Arzt-Patient-Beziehung?. Forum Medizin 21 der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität & 11. EbM-Jahrestagung des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin. Salzburg, 25.-27.02.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10ebm017

DOI: 10.3205/10ebm017, URN: urn:nbn:de:0183-10ebm0175

Veröffentlicht: 22. Februar 2010

© 2010 Berger et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Das österreichische Kompetenztraining basiert auf dem Training in wissenschaftlicher Kompetenz für Patienten- und VerbrauchervertreterInnen der Fachwissenschaft Gesundheit, Universität Hamburg [1]. Das Pilotprojekt 2007 zeigte, dass das Hamburger Trainingskonzept auch in Österreich angewendet werden kann, jedoch an die Bedürfnisse der österreichischen Zielgruppe angepasst werden muss [2]. Die Adaption des Curriculums berücksichtigte die Ergebnisse der Evaluation der Pilotphase 2007 (n=19) sowie die Forderungen der internationalen Diskussion um EbM-Kurse [3].

Fragestellung: Führt das neue Curriculum zu einer Steigerung der kritischen Gesundheitskompetenz der TeilnehmerInnen?

Material/Methoden:

Intervention: Das Curriculum des wissenschaftlichen Kompetenztrainings der Gesundheitswissenschaften, Universität Hamburg wurde bzgl. folgender Aspekte überarbeitet:

1.
Zielgruppenspezifität: Um die Laienverständlichkeit zu erhöhen, Zugangsbarrieren abzubauen und den heterogenen Vorkenntnissen und Bedürfnissen der TeilnehmerInnen gerecht zu werden, wurde auf Englisch als Zugangsvoraussetzung und die Lektüre von Studien im Vorfeld des Kurses verzichtet.
2.
Gezielte Binnendifferenzierung: Während der Unterrichtseinheiten wird sowohl nach Englischkenntnissen und bzgl. Bildungsniveau binnendifferenziert gearbeitet.
3.
Anpassung des Exempels: Ausarbeitung eines vollständig neues Exempel und der entsprechenden Unterrichtsmaterialien aus aktuellem Anlass: die HPV- Impfung
4.
Integration neuer Unterrichtseinheiten: In das Programm wurden Einheiten zur Kommunikation von Studienergebnissen im Rahmen von evidenzbasierten PatientInneninformationen, Entscheidungshilfen und Beratungssituationen integriert.

Setting: Die Kurse werden jeweils als zwei Mal drei Tages-Programme jeweils von Donnerstag, 14.00–18.15, Freitag von 9.15 Uhr bis 18.15 Uhr und Samstag von 9.15–17.00 Uhr in verschiedenen Bundesländern Österreichs angeboten. Der Abstand zwischen den einzelnen Blöcken beträgt jeweils ca. 3–4 Wochen.

Evaluation: Die Kurse werden mittels Health Literacy Test [4] und eines qualitativen Verfahrens evaluiert. Die TeilnehmerInnen füllen vor und nach dem Kurs jeweils einen Testbogen des Health Literacy Tests aus. Die Datenauswertung erfolgt in Hamburg.

Ergebnisse: Bisher haben 65 Frauen und 4 Männer aus den unterschiedlichsten Arbeitsbereichen die 6 neuen Trainings „Wissen macht stark und gesund – Kompetenztraining“ [5] besucht. Die Kurse werden noch bis Ende 2010 durchgeführt und dann gemeinsam ausgewertet.

Diskussion: Sollte die Evaluation ergeben, dass das Trainingsprogramm zu einer Steigerung der kritischen Health Literacy der Teilnehmerinnen führt, sind die Voraussetzungen gegeben, eine kontrollierte Interventionsstudie durchzuführen und eine Implementierung in die bestehende Gesundheitsversorgung zu prüfen.

Finanziert vom österreichischen Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz


Literatur

1.
Berger B. Empowerment of patients and consumer representatives through critical appraisal skills and evidence based patient information [Dissertation]. Hamburg; 2008. Available from: http://www.chemie.uni-hamburg.de/igtw/Gesundheit/publikationen/dissertationen.html#berger Externer Link
2.
Ebner K, Berger B, Groth S, Steckelberg A. Building Patients' Health Literacy in Austria [Poster]. In: Health Literacy and Competence Training “Strong and Healthy”; 2nd Therapeutic Patient Education (TPE). November 5-8, 2008, Budapest.
3.
Shaneyfelt T, Baum KD, Bell D, Feldstein D, Houston TK, Kaatz S, et al. Instruments for evaluating education in evidence-based practice: A systematic review. JAMA. 2006;296(9):1116-27.
4.
Steckelberg A, Hülfenhaus C, Kasper J, Rost J, Mühlhauser I. How to measure critical health competences: development and validation of the Critical Health Literacy Test (CHC –Test). Adv In Health Sci Educ. 2007.
5.
Frauengesundheitszentrum, Graz. Fortbildung Wissen macht stark und gesund – Kompetenztraining. Graz; 2009. Available from: http://www.fgz.co.at Externer Link