gms | German Medical Science

EbM in Qualitätsmanagement und operativer Medizin
8. Jahrestagung des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin e. V.

Deutsches Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e. V.

22.03. - 24.03.2007 in Berlin

Von HTAi bis zu EUnetHTA: Die internationalen HTA-Aktivitäten und die Verbindungen zur Evidenzbasierten Medizin

Meeting Abstract

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EbM in Qualitätsmanagement und operativer Medizin. 8. Jahrestagung des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin e. V.. Berlin, 22.-24.03.2007. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2007. Doc07ebm036

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/ebm2007/07ebm036.shtml

Veröffentlicht: 15. März 2007

© 2007 Rüther et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund

Niemand stellt heutzutage die Notwendigkeit in Frage, Entscheidungen auf eine evidenzbasierte Grundlage zu stellen. Das gilt für die individuelle Medizin am Krankenbett genau so wie für die Gesundheitspolitik. Letztere bedarf neben Informationen aus der Medizin jedoch zusätzlich wissenschaftliche Aufklärung aus vielen weiteren Disziplinen wie Gesundheitsökonomie oder Ethik, ein multidisziplinärer Ansatz, dem sich Health Technology Assessment (HTA) widmet. International wird HTA zunehmend als Steuerungs- und Regulierungsinstrument eingesetzt, was zu vielfältigen Aktivitäten und Entwicklungen fühlte. Diese Aktivitäten sind bei EbM-Anwendern weitgehend unbekannt. Ergebnisse und Methoden können jedoch in vielen Fällen problemlos genutzt werden und die Entscheidungsgrundlage erweitern

Ergebnisse

Für einen grundlegenden Überblick aus Deutscher Sicht sind folgende drei Organisationen wichtig:

Health Technology Assessment international (HTAi)

HTAi ist die internationale Fachgesellschaft für HTA. Zurzeit hat sie über 2000 Mitglieder aus 35 Ländern. HTAi ist Ansprechpartner für alle HTA Entwicklungen und Aktivitäten mit dem Anspruch HTA-Nutzer und HTA-Ersteller gleichermaßen anzusprechen und zusammenzubringen (http://www.htai.org/).

International Network of Agencies for HTA (INAHTA)

INAHTA ist das Forum für öffentliche HTA-Agenturen. Alle Mitglieder haben eine enge Beziehung zu nationalen oder regionalen Regeierung und sind „Non-Profit“-Organisationen (Zurzeit 45 Mitglieder aus 23 Ländern). Sie kümmern sich um die Entwicklung von Methoden insbesondere mit Bezug auf den öffentlichen Bereich. Die HTA-Berichte der INAHTA sind frei verfügbar (http://www.inahta.org).

Das EU-Projekt „European Network for HTA“, EUnetHTA

EUnetHTA ist das dritte EU-Projekt in Folge (EUR-ASSESS: 1995; HTAEurope: 97/98; ECHTA: 99-01) und hat nicht – wie die Vorgängerprojekte die methodische Harmonisierung und das Finden eines gemeinsamen Verständnisses -, sondern die Errichtung konkreter organisatorischer Strukturen für eine „nachhaltige“ europaweite Vernetzung und Kollaboration zum Inhalt. Dazu gehört die Entwicklung von Prozessen und Methoden, die eine Transferierbarkeit von HTA aus dem jeweiligen Kontext in andere (lokale/nationale) Situationen ermöglichen. Insgesamt kooperieren bei der Entwicklung des Netzwerkes 54 Institutionen aus 27 Ländern. Integriert sind auch in der EbM wohl bekannte Organisationen, wie die Cochrane Collaboration (http://www.eunethta.net/)

Schlussfolgerung/Implikation

Zusammenfassend gilt: HTA und EbM besitzen viele Schnittstellen, von denen sie gemeinsam profitieren können. Die internationalen Entwicklungen im Bereich HTA können in der EbM als Informationsquelle für den Einsatz am Krankenbett wie auch als Partner in der methodischen Entwicklung dienen.


Literatur

1.
Rüther A, Schopen M. Health Technology Assessment - HTA. Bundesgesundheitsbl-Gesundheitsforsch-Gesundheitsschutz 2006 (3)
2.
Kristensen F.B., Chamova J., Hansen N.W. Toward a sustainable European Network for Health Technology Assessment. The EUnetHTA project.Bundesgesundheitsbl-Gesundheitsforsch-Gesundheitsschutz. 2006; 3:283-285