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EbM in Qualitätsmanagement und operativer Medizin
8. Jahrestagung des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin e. V.

Deutsches Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e. V.

22.03. - 24.03.2007 in Berlin

Benefit für Patienten durch Anwendung von EbM - gibt es einen messbaren Fortschritt? Am Beispiel von Ösophagus- und Pankreaschirurgie

Meeting Abstract

  • corresponding author presenting/speaker E. Bollschweiler - Klinik und Poliklinik für Visceral- und Gefäßchirurgie der Universität zu Köln, Köln, Deutschland
  • C. Krischel - Klinik und Poliklinik für Visceral- und Gefäßchirurgie der Universität zu Köln, Köln, Deutschland
  • A.H. Hölscher - Klinik und Poliklinik für Visceral- und Gefäßchirurgie der Universität zu Köln, Köln, Deutschland

EbM in Qualitätsmanagement und operativer Medizin. 8. Jahrestagung des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin e. V.. Berlin, 22.-24.03.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07ebm002

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/ebm2007/07ebm002.shtml

Veröffentlicht: 15. März 2007

© 2007 Bollschweiler et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund

Die Einführung der Mindestmengen für Operationen bei Ösophagus- und Pankreaskarzinom basiert überwiegend auf den Daten aus den USA und den europäischen Nachbarländern. Kritiker mahnen an, dass die Ergebnisse aus anderen Gesundheitssystemen nicht ohne Überprüfung auf die Gegebenheiten in Deutschland zurückgeführt werden können. Ziel unserer Untersuchung war es, auf der Basis der vorhandenen Publikationen zum einen den Zusammenhang zwischen Menge und zum anderen zwischen dem Zeitraum und dem Ergebnis für die beiden Tumorentitäten zu analysieren.

Methode

Entsprechend eines detaillierten Studienprotokolls wurde ein systematischer Review durchgeführt. Die Suche erfolgte unter Verwendung des Katalogs “webOPAC” für Dissertationen und den Datenbanken “medline” und “current contents” für Originalarbeiten aus Deutschland von 1990 bis 2006 zur chirurgischen Therapie des Ösophagus- und Pankreaskarzinoms. In die Analyse aufgenommen wurden 15 Dissertationen zum Ösophagus und 9 zum Pankreas, sowie 18 Originalarbeiten zum Ösophagus und 9 zum Pankreas. Die Auswertung erfolgte getrennt für den Zeitraum der durchgeführten Operationen bis 1994 und Zahl der OP’s überwiegend später.

Ergebnisse

Die Daten zeigen, dass es keine Publikation gibt über Ergebnisse von Kliniken gibt, die weniger als 5 Ösophagektomien bzw. Pankreatektomien durchgeführt haben. Die Ergebnisse aus den Dissertationen zeigen deutlich höhere Mortalitätsraten als die aus den Publikationen. Für das Ösophaguskarzinom existiert eine signifikante inverse Korrelation zwischen der Anzahl der durchgeführten Operationen und der postoperativen Mortalität und ebenso für Komplikationen. Dies gilt sowohl für Publikationen als auch für Dissertationen. Die 30-Tage Mortalität für Ösophagektomien in den neueren Publikationen variiert von 3% bis 12% und in den älteren Arbeiten zwischen 5% und 24% (p<0.05).

Für das Pankreaskarzinom sind diese Ergebnisse nicht so eindeutig. Die Operationsfrequenz variiert zwischen 5 und 148 Fällen pro Jahr und die 30-Tage Mortalität zwischen 0% und 4,6%.

Schlussfolgerung

Obwohl die EbM-Methoden anhand der vorliegenden Publikationen nur begrenzt anwendbar sind, lassen sich Effekte nachweisen. Der Vorteil für den Patienten ist in der Tatsache zu sehen, dass durch die kontinuierliche Diskussion die OP-Verfahren für den einzelnen Patienten sicherer geworden sind.