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22. Internationaler Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgen

18. bis 21.06.2009, Nürnberg

Eine Frage der Ebene – Silikonöl unter der ILM?

Meeting Abstract

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  • Philipp Sebastian Muether - Universitäts-Augenklinik Köln, Abt. f. Netzhaut- und Glaskörperchirurgie, Köln
  • Sandra Liakopoulos - Universitäts-Augenklinik Köln, Abt. f. Netzhaut- und Glaskörperchirurgie, Köln
  • Bernd Kirchhof - Universitäts-Augenklinik Köln, Abt. f. Netzhaut- und Glaskörperchirurgie, Köln

22. Internationaler Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgen. Nürnberg, 18.-21.06.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09docVI 3.6

DOI: 10.3205/09doc083, URN: urn:nbn:de:0183-09doc0834

Veröffentlicht: 9. Juli 2009

© 2009 Muether et al.
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Gliederung

Text

Ein griechischer Patient stellte sich mit komplexer Anamnese in unserer Klinik vor: Zustand nach Amotio bei Grubenpapille rechts, therapiert mit Vitrektomie und Gastamponade. Danach zwei mal PVR-Re-Amotio, zunächst mit Re-ppV und Densiron, dann mit Re-ppV und Silikonöl therapiert, danach Cataract-OP unter Öl und Ölablassung. Anamnestisch sei die Lamina limitans interna (ILM) im Rahmen der PVR-Chirurgie gepeelt worden.

Visus lag bei 1/35 (-5,0 dpt). Die klinische Untersuchung zeigte Pseudophakie mit Kapselfibrose und deutliche Silikonölemulsifikationen am hinteren Pol bei zirkulärer Netzhautanlage. In der hochauflösenden OCT (Spectralis) zeigte sich eine prominente zystoide Verdickung der Netzhaut im Bereich der funduskopisch erkennbaren Silikonöl-Blasen. Differentialdiagnostisch handelte es sich um sub-ILM, intra- oder subretinales Silikonöl. Bei mäßiger Scanqualität war die Bewertung der OCT erschwert. Anhand des funduskopischen Befundes folgte die Empfehlung zur Re-ppV mit subretinaler Lavage.

Intraoperativ wurde mit einer Silikon-Saugkanüle am Emulsifikationsrand manipuliert. Das Öl ließ sich nicht absaugen, war aber unter einer membranösen Struktur mobil. Trotz des anamnestisch voraus gegangenen ILM-Peelings wurde mit ICG gefärbt. Außerhalb des Emulsifikationsareals wurde mit einer Peeling-Pinzette gegriffen. Dabei ließ sich eine ILM-Struktur präparieren. Durch Peelen der Membran über die Emulsifikation hinaus stiegen Ölblasen auf. Sie ließen sich nach Peeling des hinteren Pols vollständig entfernen. Die Makula erschien atrophiert.Postoperativ kam es zu einer Glaskörper­blutung, die Funktion lag bei HBW und intakter Projektion. Der Patient reiste zurück nach Griechenland, weitere Nachkontrollen waren nicht möglich.

Subretinales Öl bei Grubenpapille ist ebenso beschrieben wie cerebral ventrikulär disloziertes Öl. Anhand von OCT-Untersuchungen konnten bereits schisisartige Verände­rungen der Makula bei Amotio gezeigt werden. Disloziertes Öl unter der ILM oder im schisisartigen Raum ist nicht beschrieben. Es ist unklar, über welche Eintrittspforten Öl bei Grubenpapille dislozieren kann. Möglicherweise wurde bei diesem Patienten bereits epiretinale Membran mit Verletzung der ILM gepeelt. Das Video zeigt OCT und Fundusphotos sowie die Operation. Das OCT wird interpretiert und anatomische Besonderheiten diskutiert.