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10. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung, 18. GAA-Jahrestagung

Deutsches Netzwerk Versorgungsforschung e. V.
Gesellschaft für Arzneimittelanwendungsforschung und Arzneimittelepidemiologie e. V.

20.-22.10.2011, Köln

Rx-Trendbericht – Bundesweite aktualisierte Informationen zum ambulanten Verordnungsgeschehen

Meeting Abstract

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10. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung. 18. GAA-Jahrestagung. Köln, 20.-22.10.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dkvf194

DOI: 10.3205/11dkvf194, URN: urn:nbn:de:0183-11dkvf1948

Veröffentlicht: 12. Oktober 2011

© 2011 Riens et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Die Steuerung des Verordnungsverhaltens von Vertragsärzten gehört zu den gesetzlichen Aufgaben der Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen). Öffentlich zugängliche Informationsquellen mit aktuellen Angaben zu bundesweiten Trends und Entwicklungen im Arzneimittelbereich sind dafür erforderlich.

Material und Methoden: Monatlich aktualisierte bundesweite Rezeptabrechnungsdaten nach § 300 Abs. 2 SGB V stehen den KVen und dem Zentralinstitut für die Kassenärztliche Versorgung (ZI) ca. 24 Werktage nach Ende eines Verordnungsmonats zur Verfügung. Aus den ca. 550 - 650 Mio. Einzeldatensätze je Monat werden im ZI aggregierte Übersichten und typische Kennzahlen zum GKV-Arzneimittelmarkt erstellt und über den Internetauftritt des ZI unter http://www.zi-berlin.de/cms/rx-trendbericht/ veröffentlicht.

Ergebnisse: Derzeit bietet der Rx-Trendbericht neben einem allgemeinen Überblick zur monatlichen Entwicklung der absoluten Summenwerte bezüglich Bruttokosten, Anzahl Verordnungen bzw. Tagesdosen, Zuzahlungen und gesetzliche Rabatte auch detaillierte Informationen zu einzelnen Marktsegmenten (Fertigarzneimitteln, Festbetragsmarkt, Generika, Spezialpräparaten) sowie typische Kennzahlen des GKV-Arzneimittelmarktes (z.B. Kosten je Versicherten, Quoten, etc.). Es werden darüber hinaus für ausgewählte Indikationen wie Antibiotika, Cholesterinsenkern, Herz-Kreislaufmitteln, Schmerztherapeutika u.a. die mengen- bzw. preisgetriebenen Veränderungen dargestellt. Neben diesen eher wirtschaftlich orientierten Aspekten der Arzneimittelversorgung arbeitet das ZI derzeit an der Darstellung von qualitätsorientierten Aspekten. Bisher wurden die Themenbereiche potenziell inadäquate Medikamente (PIM, PRISCUS-Liste), Polypharmazie und potenzielle Interaktionen sowie der Indikationsbereich Antibiotika als priorisierte Handlungsfelder mit positiven Voraussetzungen für die Umsetzung in Form von Qualitätsindikatoren identifiziert.

Schlussfolgerung: Die Analysen und Ergebnisse des Rx-Trenberichtes, die auf Verordnungsdaten seit Januar 2007 zurückreifen können, zeigen in Übereinstimmung mit anderen öffentlichen Informationsquellen zum GKV-Arzneimittelmarkt (z.B. GKV-Arzneimittelschnellinformation GAmSI), dass die zwischen Krankenkassen und KVen vereinbarten Steuerungsmassnahmen nach § 84 SGB V ihre gewünschte Wirkung entfalten. Neben rein wirtschaftlich getriebenen Effekten ist die Optimierung der Qualität der Arzneimitteltherapie ein wichtiges Ziel bei der Gestaltung von Anreizsystemen. Der Rx-Trendbericht ist eine geeignete Informationsquelle, um auf empirischer Basis potenziell geeignete Qualitätsindikatoren zur kritischen Diskussion zu stellen und methodisch nachvollziehbare Referenzwerte zu liefern.