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10. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung, 18. GAA-Jahrestagung

Deutsches Netzwerk Versorgungsforschung e. V.
Gesellschaft für Arzneimittelanwendungsforschung und Arzneimittelepidemiologie e. V.

20.-22.10.2011, Köln

Bone Evaluation Study (BEST) – Epidemiologie der Osteoporose in Deutschland

Meeting Abstract

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10. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung. 18. GAA-Jahrestagung. Köln, 20.-22.10.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dkvf033

DOI: 10.3205/11dkvf033, URN: urn:nbn:de:0183-11dkvf0331

Veröffentlicht: 12. Oktober 2011

© 2011 Klein et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Aus der Studie BoneEVA liegen Angaben zur Häufigkeit der Osteoporose sowie mit der Krankheit einhergehenden Frakturen aus dem Jahr 2003 vor [1], [2]. Bedingt durch die demografische Entwicklung ist eine steigende Zahl an Menschen mit Osteoporose zu erwarten. Aktuelle Prävalenzangaben wurden vom RKI publiziert [3]. Ein wichtiges Ziel der BEST-Studie war die sektorenübergreifende Sekundärdatenanalyse von Prävalenz, Inzidenz und Mortalität von Menschen mit Osteoporose.

Material und Methoden: Datenbasis von BEST sind pseudonymisierte Abrechnungsdaten der Jahre 2006 bis 2009 der Techniker Krankenkasse. Im Rahmen einer retrospektive Kohortenstudie wurden Versicherte ab einem Alter von 50 Jahren mit ambulanten Diagnosen, Krankenhaus-, Anschlussheilbehandlung- und Arbeitsunfähigkeitsdiagnosen mit dem ICD-10-Kode M80.* und M81.* sowie mit Verordnungen osteoporosespezifischer Arzneimittel eingeschlossen. Darüber hinaus wurden Versicherte mit Frakturen über die Diagnosen (S22.*–S82.*) identifiziert. Bei den Hochrechnungen auf die deutsche Bevölkerung wurde die unterschiedliche Alters- und Geschlechtsstruktur der Versicherten berücksichtigt.

Ergebnisse: In der Studienpopulation betrug die Prävalenz der Osteoporose 12% (Frauen: 22%; Männer: 5%). Hochgerechnet auf Deutschland ergibt sich eine Prävalenz von 17% bzw. 5,6 Mio. Menschen mit Osteoporose (Frauen: 4,8 Mio.; Männer: 849.000). Es ist ein starker Altersanstieg zu beobachten (50–54 Jahre: 6%; >74 Jahre 34%). Die Inzidenz in der Studienpopulation lag bei 1,9% im Jahr 2009; dies ergibt eine Neuerkrankungsrate in Deutschland von 2,3% bzw. 768.000 Menschen jährlich. Hinzu kommen Versicherte, die im Beobachtungszeitraum osteoporosebedingte Frakturen erlitten haben, aber nicht als Osteoporotiker diagnostiziert oder behandelt wurden. Die jährliche Mortalität unter Menschen mit Osteoporose liegt bei 2% in der deutschen Bevölkerung.

Unter den identifizierten Versicherten mit Osteoporose erlitten 28% innerhalb des Beobachtungszeitraums mindestens eine Fraktur. Die häufigsten Frakturen waren Frakturen der Lendenwirbelsäule und des Beckens (S32.*). 69% der Versicherten mit einer Fraktur erlitten sogar mehrfach Frakturen.

Schlussfolgerung: Die in BEST auf Basis von Routinedaten ermittelte Prävalenz liegt deutlich höher als die vom RKI im telefonischen Gesundheitssurvey 2009 (GEDA) ausgewiesenen 11,9% (Frauen: 17,6%; Männer: 5,2%)(RKI 2011). Ein Vergleich zu BoneEVA wird vorgenommen.

Die Studie wurde mit freundlicher Unterstützung der Firmen AMGEN GmbH und Nycomed Deutschland GmbH durchgeführt.


Literatur

1.
Häussler B, Gothe H, Göl D, Glaeske G, Pientka L, Felsenberg D. Epidemiology, treatment and costs of osteoporosis in Germany. The BoneEVA Study. Osteoporosis International. 2007;18: 77-84.
2.
Häussler B, Gothe H, Mangiapane S, Glaeske G, Pientka L, Felsenberg D. Versorgung von Osteoporose-Patienten in Deutschland. Ergebnisse der BoneEVA-Studie. Deutsches Ärzteblatt (Ausgabe A). 2006;103(39): 2542-2548.
3.
RKI. Daten und Fakten: Ergebnisse der Studie „Gesundheit in Deutschland aktuell 2009“. Beitrage zur Gesundheitsberichterstattung des Bundes. Berlin: 2011.