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7. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung des Deutschen Netzwerks für Versorgungsforschung

16. - 18.10.2008, Köln

Versorgungsforschung in einer Schwerpunktpraxis für Hämatologie und Onkologie im Zeitraum von 1998 bis 2008

Meeting Abstract

  • Ulrike Mergenthaler - Institut für Versorgungsforschung in der Onkologie, Koblenz
  • Jochen Heymanns - Praxisklinik für Hämatologie und Onkologie Koblenz, Koblenz
  • Hubert Köppler - Praxisklinik für Hämatologie und Onkologie Koblenz, Koblenz
  • Christoph van Roye - Praxisklinik für Hämatologie und Onkologie Koblenz, Koblenz
  • Jörg Thomalla - Praxisklinik für Hämatologie und Onkologie Koblenz, Koblenz
  • Rudolf Weide - Praxisklinik für Hämatologie und Onkologie Koblenz, Koblenz

7. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung des Deutschen Netzwerks für Versorgungsforschung. Köln, 16.-18.10.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. DocP6.10

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dkvf2008/08dkvf183.shtml

Veröffentlicht: 6. Oktober 2008

© 2008 Mergenthaler et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Moderne Versorgungsforschung ist ein wichtiges Instrument zur internen Qualitätssicherung in der Routineversorgung von Krebspatienten. Besonders vor dem Hintergrund innovativer und damit kostenintensiver Therapiestrategien und dem Wunsch von Leistungserbringern, Behandlungsdaten offen zu legen, erlangt sie eine besondere Bedeutung. Um die Behandlungsqualität in unserem Zentrum zu belegen, führen wir bereits seit 1998 Untersuchungen im Bereich der Versorgungsforschung durch.

Patienten und Methoden: Die bisher durchgeführten Projekte behandeln unterschiedliche Fragestellungen aus dem Bereich der Versorgungsforschung mit derzeit insgesamt deutlich über 4000 Patientendokumentationen. Die Studien bilden indikationsspezifische Aspekte, den Einsatz bestimmter Therapiestrategien oder die psychosoziale Situation der Patienten ab. Dabei werden Demografie, Diagnose, Therapie, Nebenwirkungen, Hospitalisierungen usw. aus den Patientenakten in projektspezifische computergestützte Formulare überführt. Im Bedarfsfall werden zur Vervollständigung der Datenlage die betreuenden Ärzte außerhalb unserer Institution oder die Patienten selbst kontaktiert.

Ergebnisse: Die Analysen zeigen, dass ein großer Teil der Patienten mit hämatologischen und onkologischen Erkrankungen in einer ambulanten Schwerpunktpraxis auf demselben Qualitätsniveau therapiert werden kann, wie im Rahmen einer universitären Einrichtung. Insbesondere für Patienten mit metastasierten Tumoren der Brust, der Lunge oder des Darms sowie für B-CLL-Patienten sind die Ergebnisse im Bezug auf die Überlebenszeit mit jenen aus Therapieoptimierungsstudien zu vergleichen. Es zeigte sich weiterhin, dass die Rate therapieassoziierter Hospitalisierungen verschwindend gering ist und knapp die Hälfte der Patienten wie gewünscht zuhause versterben kann.

Schlussfolgerung: Eine systematische Erfassung von Behandlungsdaten ermöglicht es, Therapiequalität nachzuweisen und mit Ergebnissen klinischer Studien zu vergleichen. Dies ist insbesondere im ambulanten Bereich sehr wichtig, um den wachsenden Anforderungen des Gesundheitssystems auch künftig entsprechen zu können. Die Ergebnisse bestärken uns, unsere Initiative im Bereich der Versorgungsforschung fortzuführen und zu intensivieren.