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7. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung des Deutschen Netzwerks für Versorgungsforschung

16. - 18.10.2008, Köln

Arzneimittelberatungsdienst für Patienten – Erfahrungen über 6 Jahre am Institut für Klinische Pharmakologie der Technischen Universität Dresden

Meeting Abstract

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  • Jane Damerau - Institut für Klinische Pharmakologie, Dresden
  • Uta Heinrich-Gräfe - Institut für Klinische Pharmakologie, Dresden
  • Wilhelm Kirch - Institut für Klinische Pharmakologie, Dresden

7. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung des Deutschen Netzwerks für Versorgungsforschung. Köln, 16.-18.10.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. DocP6.3

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dkvf2008/08dkvf176.shtml

Veröffentlicht: 6. Oktober 2008

© 2008 Damerau et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Viele Patienten sind nur unzureichend über die eigene Medikation informiert. Um einen sicheren und effektiven Gebrauch von Arzneimitteln zu gewährleisten, benötigen sie zusätzliche, an ihre Bedürfnisse angepasste Informationen. Daher wurde im Jahr 2001, gefördert von den Spitzenverbänden der gesetzlichen Krankenkassen, ein Arzneimittelberatungsdienst für Patienten am Institut für Klinische Pharmakologie der Technischen Universität Dresden errichtet.

Methoden: Alle Anfragen im Zeitraum von August 2001 bis Dezember 2007 wurden dokumentiert und mittels einer relationalen Datenbank hinsichtlich der Gründe für die Anfrage sowie der Merkmale des Anfragenden analysiert.

Ergebnisse: Insgesamt gingen 6616 Anfragen beim Beratungsdienst ein. Nachdem das Beratungsaufkommen in den Jahren 2005 und 2006 relativ konstant war (885 bzw. 837 Anfragen), konnte im Jahr 2007 eine deutliche Zunahme der Anfragen verzeichnet werden (1227 Anfragen). Frauen (63,31%) nutzten den Beratungsdienst insgesamt häufiger als männliche Personen (36,69%). Die Mehrheit (65,25%) der Anfragenden war älter als 60 Jahre. Sehr oft wurden Informationen bezüglich Nebenwirkungen bestimmter Arzneimittel (41,11%) erfragt, gefolgt von Hinweisen zum Nutzen und zur Durchführung einer spezifischen Therapie (25,39%). Nahezu jeder fünfte Ratsuchende (20,21%) bat um eine Überprüfung seiner Medikation hinsichtlich möglicher Wechselwirkungen. Fragen zu Kosten und zur Erstattung von Arzneimitteln hatten einen Anteil von 10,10%.

Schlussfolgerungen: Der Bedarf an zusätzlichen Informationen zur eigenen Medikation ist vor allem bei älteren multimorbiden Patienten gegenwärtig. Der Beratungsdienst unterstützt diese Personen durch aktive Wissensvermittlung, mit dem Ziel die Compliance und Effektivität der Arzneimitteltherapie zu steigern. Er ergänzt so in sinnvoller Weise das Arztgespräch und die persönliche Beratung in der Apotheke.


Literatur

1.
Maywald U, Schindler C, Bux Y, Kirch W. Arzneimittelberatung für Patienten - Bedarfsanalyse, Evaluation und Einfluss auf die Compliance. Dtsch Med Wochenschr. 2005;130:1485-90.
2.
Fuchs A, Winkler U, Maywald U, Kirch W. Arzneimittelberatungsdienste für Ärzte und Patienten: Akzeptanz und Nutzenbewertung. Internist. 2007;48:1029-35.