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7. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung des Deutschen Netzwerks für Versorgungsforschung

16. - 18.10.2008, Köln

Maßnahmen zur Verbesserung der Compliance bzw. Adherence in der Arzneimitteltherapie mit Hinblick auf den Therapieerfolg

Meeting Abstract

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  • Vitali Gorenoi - Medizinische Hochschule Hannover, Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung, Hannover
  • Matthias P. Schönermark - Medizinische Hochschule Hannover, Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung, Hannover
  • Anja Hagen - Medizinische Hochschule Hannover, Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung, Hannover

7. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung des Deutschen Netzwerks für Versorgungsforschung. Köln, 16.-18.10.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. DocP3.9

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dkvf2008/08dkvf154.shtml

Veröffentlicht: 6. Oktober 2008

© 2008 Gorenoi et al.
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Gliederung

Text

Fragestellungen: Mangelnde Compliance bzw. Adherence in der Arzneimitteltherapie kann erhöhte Morbidität, Mortalität und gewaltige Kosten im Gesundheitssystem verursachen. Die Arbeit stellte sich die Frage nach Vorhandensein und Wirksamkeit von Strategien zur Beeinflussung der Compliance bzw. Adherence bei der medikamentösen Therapie im Hinblick auf den Therapieerfolg.

Methodik: Eine systematische Literaturrecherche wurde im Januar 2007 in den wichtigsten medizinischen elektronischen Datenbanken ab 2002 durchgeführt. In die Auswertung wurden systematische Übersichten auf der Basis von insgesamt 57 randomisierten kontrollierten Studien über verschiedene Interventionen zur Beeinflussung der Compliance bzw. Adherence bei der medikamentösen Therapie mit Hinblick auf den Therapieerfolg eingeschlossen. Präsentierte Angaben wurden methodisch überprüft.

Ergebnisse: Bei 22 untersuchten Maßnahmen wurde über einen signifikanten positiven Effekt auf den Therapieerfolg berichtet. Bei mehreren Interventionen sind diese Ergebnisse aus methodischer Sicht als verlässlich einzustufen: Beratung mit Aushändigung eines Tagebuchs zur Compliance mit anschließendem Telefonanruf bei Helicobacter pylori positiven Patienten, wiederholte Beratungen von Patienten mit akuter Asthmasymptomatik, Telefonanrufe zur Erfassung der Compliance und Abgabe daran orientierter Empfehlungen bei der Therapie kardiovaskulärer Erkrankungen. Dies galt ebenfalls für Anrufe von einem automatischen telefonischen System sowie telefonische Beratung von Diabetikern bei Problemfällen, verschiedene Maßnahmen der Familientherapie einschließlich Beratung und Schulung der Familienangehörigen sowie „kulturell modifizierte Familientherapie“ bei Patienten mit Schizophrenie, ebenso für wiederholte „Compliance Therapie“-Sitzungen bei Patienten mit akuter Psychose.

Bei anderen Interventionen sind die Ergebnisse wegen schlechterer methodischer Qualität der zugrunde liegenden Studien mit etwas größeren Bedenken zu betrachten. Die Stärke des Effekts der Maßnahmen ist aus den vorliegenden Informationsquellen nicht abzuschätzen.

Schlussfolgerungen: In der Arzneimitteltherapie können einzelne Compliance bzw. Adherence fördernde Maßnahmen mit positivem Effekt auf den Therapieerfolg angewendet werden.