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7. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung des Deutschen Netzwerks für Versorgungsforschung

16. - 18.10.2008, Köln

Populationen von schlecht und von gut eingestellten Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 in Hausarztpraxen

Meeting Abstract

  • Stefan Wilm - Institut für Allgemeinmedizin, Universität Witten/Herdecke, Witten
  • Michael Pentzek - Abteilung für Allgemeinmedizin, Universitätsklinikum, Düsseldorf
  • Andrea Icks - Deutsches Diabetes-Zentrum, Düsseldorf
  • Cecile Othman - Abteilung für Allgemeinmedizin, Universitätsklinikum, Düsseldorf
  • Elisabeth Gummersbach - Abteilung für Allgemeinmedizin, Universitätsklinikum, Düsseldorf
  • Heinz-Harald Abholz - Abteilung für Allgemeinmedizin, Universitätsklinikum, Düsseldorf

7. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung des Deutschen Netzwerks für Versorgungsforschung. Köln, 16.-18.10.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. DocE7.3

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dkvf2008/08dkvf110.shtml

Veröffentlicht: 6. Oktober 2008

© 2008 Wilm et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: Trotz DMP und Schulung haben 15-20% der Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 in Hausarztpraxen eine schlechte Blutzuckereinstellung. Die Angaben in der Literatur zu demografischen, klinischen und psychosozialen Eigenschaften, die schlecht eingestellte von gut eingestellten Patienten unterscheiden, sind widersprüchlich, und die Varianz der HbA1c-Werte wird durch diese Merkmale nur wenig erklärt. Um weitere Charakteristika dieser Gruppen zu identifizieren, werden 2 Kohorten von Patienten gebildet und verglichen.

Methoden: Querschnittserhebung in zweistufigem qualitativ-quantitativen Design. Repräsentative Zufallsauswahl von Hausarztpraxen in Nordrhein. Identifikation aller im Vorquartal behandelten Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2; Rekrutierung der anhand des letzten HbA1c-Wertes 10% am besten und 10% am schlechtesten eingestellten Patienten. Offene Interviews mit Hausärzten und Patienten.

Ergebnisse: Aus der Zufallsstichprobe der 137 in peer-to-peer-Rekrutierung kontaktierten Hausärzte liefern 67 vollständige Datensätze ab (qualifizierte Teilnahmerate 49%). Stichprobe, Teilnehmer und Ablehner sind der Grundgesamtheit (n=3151) in einer ANOVA vergleichbar. 2/3 der Nicht-Teilnehmer geben Zeitmangel als Ablehnungsgrund an. Die Zahl der versorgten Diabetes-Patienten schwankt stark zwischen den Praxen (zwischen 29 und 397, Mittelwert 136). Auch die Spannweite der schlechtesten HbA1c-Werte je Praxis (16,5 bis 9,0%, Mittelwert 12,1%) und der besten HbA1c-Werte (4,0 bis 6,0%, Mittelwert 5,2%) ist sehr groß. Insgesamt können 1872 Patienten erfasst werden.

Schlussfolgerungen: Die Interviews mit einer Zufallsstichprobe (n=20) der Hausärzte und mit schlecht/gut eingestellten Patienten aus den jeweiligen Praxen (n=40) erbringen Hinweise auf Merkmale von schlecht eingestellten Betroffenen, deren Diskriminierungsstärke mit einem Fragebogen an je 360 Patienten aus den beiden Kohorten untersucht wird.