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7. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung des Deutschen Netzwerks für Versorgungsforschung

16. - 18.10.2008, Köln

Entwicklung einer Methodik zur Identifizierung von Versorgungsstandards am Beispiel der Behandlung von Patienten mit Adipositas

Meeting Abstract

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  • Nicole Holzmann - Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit (IQWiG), Ressort Versorgungsqualität, Köln
  • Ulrich Siering - Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit (IQWiG), Ressort Versorgungsqualität, Köln
  • Marion Danner - Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit (IQWiG), Ressort Versorgungsqualität, Köln
  • Alric Rüther - Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit (IQWiG), Ressort Versorgungsqualität, Köln

7. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung des Deutschen Netzwerks für Versorgungsforschung. Köln, 16.-18.10.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. DocE7.2

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dkvf2008/08dkvf109.shtml

Veröffentlicht: 6. Oktober 2008

© 2008 Holzmann et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: Identifikation von Versorgungsstandards über relevante Empfehlungen aus Leitlinien als Grundlage für ein DMP-Modul Adipositas.

Methoden: Leitlinien zu Versorgung der Adipositas wurden systematisch recherchiert. Wesentliche Einschlusskriterien waren der Publikationszeitraum (2005 bis Oktober 2007), die Publikationssprachen (Deutsch, Englisch, Französisch) sowie die Evidenzbasierung der Leitlinie. Die Leitlinien wurden mit Hilfe des Deutschen Instrumentes zur methodischen Leitlinienbewertung (DELBI) bewertet und die Empfehlungen extrahiert. Als Grundlage für die Formulierung eines Versorgungsstandards wurde eine Synopse der Empfehlungen zu einzelnen Versorgungsaspekten angefertigt.

Ergebnisse:

1.
Leitlinien lassen sich zur Abbildung eines Versorgungsstandards für Adipositas heranziehen.
2.
Die Evidenzbasierung der Leitlinien kann anhand folgender Kriterien geprüft werden:
a.) Anwendung einer Systematik bei der Generierung einer Leitlinie,
b.) Verknüpfung der Leitlinienempfehlungen mit Referenzen,
c.) Verbindung der Empfehlungen mit einer Evidenz- und oder Empfehlungseinstufung.
Diese Kriterien erwiesen sich als relevant und anwendbar.
3.
Die Empfehlungen der eingeschlossenen Leitlinien lassen sich anhand formaler Kriterien sowie einem entsprechenden Wording identifizieren.
4.
Die methodische Relevanz einer Empfehlung ließ sich über die Evidenzeinstufung festlegen.

Schlussfolgerung: Mithilfe der beschriebenen Methodik wurden relevante Empfehlungen zur Entwicklung eines Adipositas-Versorgungsstandards identifiziert. Allerdings wurden einige Herausforderungen deutlich: Die Methodik der Leitlinienentwicklung wird von den Autoren unterschiedlich beschrieben sowie die Evidenzbasierung einer Leitlinie häufig nicht konsistent dokumentiert. Auch die Kennzeichnung der Empfehlungen ist in einigen Leitlinien nicht eindeutig. Darüber hinaus sind die Evidenzklassifizierungssysteme in den Leitlinien uneinheitlich, so dass die methodische Relevanz einzelner Empfehlungen nicht immer klar festzustellen war. Die Methodik des IQWiG schreibt vor, dass Ergebnisse der Berichte erst nach Publikation veröffentlicht werden dürfen. Ergebnisse zu den Adipositas-Versorgungsstandards können daher erst zum Kongresszeitpunkt dargestellt werden.