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7. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung des Deutschen Netzwerks für Versorgungsforschung

16. - 18.10.2008, Köln

Methoden der Organisationsforschung

Meeting Abstract

  • Holger Pfaff - Uniklinik Köln, Zentrum für Versorgungsforschung, Köln
  • Ute-Susann Albert - Universitätsklinikum Giessen und Marburg GmbH, Klinik für Gynäkologie, gynäkologische Endokrinologie und Onkologie, Marburg
  • Nicole Ernstmann - Uniklinik Köln, Zentrum für Versorgungsforschung, Köln
  • Martin Gottwik - Klinikum Erlangen-Nürnberg, Erlangen
  • Günther Heller - Wissenschaftliches Institut der AOK, Bonn
  • Ulrike Höhmann - Evangelische Fachhochschule Darmstadt, Darmstadt
  • Ute Karbach - Uniklinik Köln, Zentrum für Versorgungsforschung, Köln
  • Oliver Ommen - Uniklinik Köln, Zentrum für Versorgungsforschung, Köln
  • Reinhard Bornemann - Universität Bielefeld, Fakultät für Gesundheitswissenchaften, Bielefeld
  • Markus Wirtz - Pädagogische Hochschule, Institut für Psychologie, Freiburg

7. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung des Deutschen Netzwerks für Versorgungsforschung. Köln, 16.-18.10.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. DocC11.52

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dkvf2008/08dkvf069.shtml

Veröffentlicht: 6. Oktober 2008

© 2008 Pfaff et al.
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Gliederung

Text

Organisationen wie beispielsweise Kliniken und Arztpraxen sind die Grundelemente des Gesundheitswesens. Das Netzwerk dieser Organisationen bildet wiederum das Grundgerüst des Gesundheitssystems. Innerhalb der Versorgungsforschung kommt der Untersuchung dieser Organisationen ein zentraler Stellenwert zu. Die dazu notwendigen Methoden der Organisations- und Sozialforschung sind vielfältig und bedürfen jeweils sach- und fachgerechter Anwendung. Es ist das Ziel des vorzustellenden vierten Teils des III. Memorandums zur Versorgungsforschung, die Mindeststandards einer fach- und sachgerechten Anwendung sowie Kriterien für eine möglichst hohe Studienqualität zu definieren.

Im ersten Teil dieses Memorandums wird geklärt, was Versorgungsorganisationen sind, welche Fragen sich bei ihrer Untersuchung stellen und welche Wirkmodelle der Untersuchung zugrunde gelegt werden können. Dabei wird zwischen der Wirkung der Versorgungsmaßnahme und der Wirkung ihres organisatorischen Kontextes unterschieden. Im zweiten Teil stehen zunächst die grundlegenden Qualitätsstandards und Angemessenheitskriterien für die Auswahl der Untersuchungseinheiten (z.B. Stichprobe) im Blickpunkt. Danach werden die Qualitätsstandards für die Datenerhebungsformen Dokumentenanalyse, Befragung und Beobachtung sowie Qualitätsstufen der Indikatorenbildung vorgestellt. Die Qualitätsstandards für die Wahl des richtigen Studiendesigns sind vielfältig. Nach dem grundlegenden Phasenmodell von Campbell, erfordert jede Entwicklungsphase andere, der jeweiligen Fragestellung angemessene Methoden und Studiendesigns. Während randomisierte kontrollierte Studien (RCT) oder clusterrandomisierte Studien (CRTs) den Goldstandard in der Phase der Testung einer Intervention darstellen, sind sie in anderen Phasen weniger angemessen, weil sie die in dieser Phase zentralen Fragen nicht beantworten können.

Das Memorandum schließt mit der Folgerung, dass das Prinzip der Angemessenheit das wichtigste methodische Grundprinzip der Versorgungsforschung darstellt.