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7. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung des Deutschen Netzwerks für Versorgungsforschung

16. - 18.10.2008, Köln

Qualitative Methoden in der Palliativmedizin

Meeting Abstract

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  • Maren Galushko - Uniklinik Köln, Klinik und Poliklinik für Palliativmedizin, Köln
  • Raymond Voltz - Uniklinik Köln, Klinik und Poliklinik für Palliativmedizin, Köln

7. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung des Deutschen Netzwerks für Versorgungsforschung. Köln, 16.-18.10.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. DocC9.83

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dkvf2008/08dkvf066.shtml

Veröffentlicht: 6. Oktober 2008

© 2008 Galushko et al.
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Gliederung

Text

Ziel der Palliativmedizin ist es, das Leiden schwer kranker Menschen und ihrer Angehörigen zu lindern. Leiden ist dabei nicht auf das Körperliche beschränkt, sondern umfasst auch psychische, soziale und existentiell-spirituelle Aspekte. Dies macht es erforderlich, die individuellen Bedürfnisse der jeweiligen Kranken und Angehörigen zu erfassen, um mithilfe des multiprofessionellen Teams diesen zu entsprechen. Dabei sind Herangehensweisen erforderlich, die der besonderen Situation gerecht werden.

Der Einsatz qualitativer Methoden bietet hier das Potential, eine andere Sicht auf die soziale Wirklichkeit des Versorgungsgeschehens zu erlangen, als dies beispielsweise mit quantitativen Methoden möglich ist. Qualitative Methoden ermöglichen es zum einen die subjektiven Sichtweisen der beteiligten Akteure als auch die Kontextgebundenheit sozialen Handelns zu ergründen.

Qualitative Forschung hat bereits früh entscheidende Beiträge zu Palliative Care geleistet [2], [3]. In der Palliativmedizin gehören qualitative Methoden zu den am häufigsten genutzten Methoden. Ihr Einsatz ist besonders sinnvoll, da sie sowohl individuelle als auch strukturelle Dimensionen der Versorgung erfassen können.

Clark [1] identifizierte vier Gebiete, in denen qualitative Methoden von besonderer Relevanz für Palliative Care sind: a) Health needs assessment, b) policy formulation, planning and implementation, c) service evaluation and clinical audit and d) sociological, cultural, historical and ethical issues.

Hervorzuheben ist, dass qualitative Methoden nicht nur in Pilotphasen vor quantitativen Designs bedeutsam sind. Vielmehr können die Grundsätze des qualitativen Paradigmas dazu beitragen, bisherige Annahmen aus quantitativen Studien in verschiedenen Kontexten zu hinterfragen („mixed methods approach“).

Neben den vielfältigen Vorteilen bringt die qualitative Forschung im palliativen Kontext auch Herausforderungen mit sich. Palliativpatienten und ihre Angehörige sind besonders vulnerable Populationen. Das erfordert ein in besonderem Maße ethisch verantwortungsvolles Vorgehen bei der Durchführung von qualitativen Studien. Die laufenden qualitativen Studien der Klinik und Poliklinik für Palliativmedizin werden exemplarisch vorgestellt.


Literatur

1.
Clark 1997: What is qualitative research and what can it contribute to palliative care? in: Palliative Medicine, 11, 159-166
2.
Glaser/ Strauss 1965: Awareness of dying, New York
3.
Sudnow 1967: Passing on: the social organisation of dying, Eaglewood Cliffs