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7. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung des Deutschen Netzwerks für Versorgungsforschung

16. - 18.10.2008, Köln

Methodische Bewertung

Meeting Abstract

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  • Thorsten Meyer - Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, Institut für Sozialmedizin, Lübeck

7. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung des Deutschen Netzwerks für Versorgungsforschung. Köln, 16.-18.10.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. DocC9.82

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dkvf2008/08dkvf065.shtml

Veröffentlicht: 6. Oktober 2008

© 2008 Meyer.
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Gliederung

Text

Mit der erhöhten Beliebtheit qualitativer Studien in den Gesundheitswissenschaften stieg der Bedarf, ihre Qualität bewerten zu können: für Herausgeber von Zeitschriften, Ethikkommissionen, Forschungsförderern und insbesondere Nutzern von Forschungsergebnissen. Ziel dieses Beitrags ist, die aktuellen Diskussionen um Kriterien qualitativer Forschung aufzuzeigen und die Gründe dafür zu erörtern, warum bisher formulierte Kriterien keine breitere Akzeptanz erreicht haben.

Mittlerweile gibt es zahlreiche Aufstellungen von Kriterien qualitativer Forschung. Zuletzt haben Cohen & Crabtree [1] auf der Basis einer umfangreichen Literaturrecherche sieben zentrale inhaltliche Qualitätskriterien formuliert: 1. Forschung sollte ethisch korrekt durchgeführt sein, 2. bedeutsam sein, 3. ihr Bericht sollte klar und kohärent sein, 4. es sollten angemessene und strenge Methoden verwendet werden; 5. Reflexivität des Forschers/der Forscherin bzw. die Berücksichtigung des Untersucherbias, 6. Bedeutung von Validität bzw. Glaubhaftigkeit sowie 7. Verifizierung bzw. Reliabilität sollte berücksichtigt sein.

Die kritische Durchsicht dieser Kriterien verweist auf eine fehlende Spezifität der Kriterien: sie können in vergleichbarer Weise für „quantitative“ Studien herangezogen werden. Ein wichtiger Grund dafür ist darin zu sehen, dass die Annahme eines qualitativen Forschungsparadigmas nicht stichhaltig ist [3]. Es mag genauso wenig sinnvoll sein, Kriterien für „quantitative“ Studien aufzustellen wie für „qualitative“. In jedem Fall muss eine Passung zwischen den Kriterien und den Ansprüchen der zu bewertenden Studie hergestellt werden.

Zwei Strategien bieten sich an, mit diesem Problem umzugehen: Rückgriff auf die innerhalb von einzelne Forschungsansätzen (=kodifizierte Verfahren, z.B. „grounded theory“) formulierten Bewertungskriterien, oder – in Anlehnung an den Grundgedanken der Evidenz-basierten Praxis – die Ausarbeitung von Kriterien für relevante Fragestellungen des Forschungsfelds. Vor- und Nachteile dieser Strategien werden diskutiert.


Literatur

1.
Cohen DJ, Crabtree BF (2008) Evaluative criteria for qualitative research in health care: controversies and recommendations. Ann Fam Med 6: 331-339
2.
Meyer T (2007) Kritische Bewertung von Qualitativen Studien. In: Kunz R, Ollenschläger G, Raspe H, Jonitz G, Kolkmann F-W: Lehrbuch evidenzbasierte Medizin. (2. Auflage). Köln: Deutscher Ärzte-Verlag, S. 159-176
3.
Rost J (1998) Drei Thesen zum Konzept qualitativer Forschungsmethoden. Zeitschrift für Didaktik der Naturwissenschaften 4:35-42