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Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2013)

22.10. - 25.10.2013, Berlin

Femoroazetabuläres Impingement (FAI) bei fortgeschrittener "idiopathischer" Coxarthrose und Hüftendoprothetik bei jungen Patienten

Meeting Abstract

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  • presenting/speaker Emrah Esmer - Universitätsklinik Halle /Saale, Halle/Saale, Germany

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2013). Berlin, 22.-25.10.2013. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2013. DocPO12-91

doi: 10.3205/13dkou602, urn:nbn:de:0183-13dkou6020

Veröffentlicht: 23. Oktober 2013

© 2013 Esmer.
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Gliederung

Text

Fragestellung: Für die Entstehung der Koxarthrose werden viele Ursachen beschrieben und vornehmlich statisch- dynamische Geschehen oder erworbene Deformitäten verantwortlich gemacht. Allerdings wird bei etwa 70% der Koxarthrosen von einer idiopathischen Genese ausgegangen. Ganz und Leunig konnten jedoch Hinweise finden, dass in vielen Fällen der sog. idiopathischen Arthrose abnormale Morphologien (CAM- und Pincer- Impingement) der Hüfte vorliegen. Im Rahmen dieser Arbeit wurde untersucht, in welcher Häufigkeit bei jungen Patienten, die aufgrund einer fortgeschrittenen idiopatischen Koxarthrose mit einer Hüftprothese versorgt wurden, radiologische Zeichen eines FAI vorlagen.

Methodik: Wir untersuchten retrospektiv die Röntgenbilder von 59 Patienten unter 60 Jahren, die zwischen 2006 und 2012 aufgrund einer fortgeschrittenen Koxarthrose in einem Krankenhaus der Grundversorgung mit einer Hüftendoprothese versorgt wurden, auf Zeichen eines femoroazetabulären Impingements. Ausgeschlossen wurden Patienten mit sekundärer Koxarthrose und nicht auswertbaren Röntgenaufnahmen der Beckenübersicht oder Lauensteinprojektion. Die verbleibende Studienpopulation umfasst 20 Hüften bei 18 Patienten.

Ergebnisse: Das mittlere Alter der Patienten lag bei 54 Jahren (47-59 Jahre). Insgesamt wurden 59% der Patienten aufgrund einer fortgeschrittenen "idiopathischen" Koxarthrose mit einer Hüftendoprothese versorgt (Abbildung 1 [Abb. 1]). In 94% der als idiopathisch diagnostizierten fortgeschrittenen Koxarthrosen fanden wir röntgenologische Hinweise für ein FAI. Bei zwei männlichen sowie einer weiblichen Hüfte mit Impingementzeichen lag ein reines Pincer-Impingement (15%) und in jeweils einer männlichen und einer weiblichen Hüfte ein reines Cam-Impingement (10%) vor. Bei 74% fanden sich Zeichen eines kombinierten femoroazetabulären Impingements.

Fazit: Das Femoroazetabuläre Impingement ist eine häufige Ursache für die Entwicklung einer frühen Koxarthrose, die bei Jungen Patienten eine gelenkersetzende Versorgung erfordert. Bei den Patienten mit diagnostizierter idiopathischer Koxarthrose lag die Prävalenz deutlich über 90%. Die hohe Prävalenz der Arthrose in Verbindung mit einem Femoroazetabulären Impingement sollte Anregungen geben diese Pathologie frühzeitig zu erkennen und bei Verdacht einer idiopathischen Koxarthrose an ein FAI zu denken, um möglichst früh eine gelenkerhaltende Therapie einzuleiten und einen frühzeitigen Gelenkersatz zu vermeiden.