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Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie, 75. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie, 97. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie, 52. Tagung des Berufsverbandes der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie

25. - 28.10.2011, Berlin

Beeinträchtigen chronische Rückenschmerzen das Arbeitsgedächtnis? -Verbesserung durch multimodale Schmerztherapie

Meeting Abstract

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  • H. Wang - Stiftung Orthopädische Universitätsklinik, Heidelberg, Germany
  • S. Gantz - Orthopädische Universitätsklinik Heidelberg, Heidelberg, Germany
  • M. Schiltenwolf - Orthopädische Universitätsklinik, Sektion Schmerztherapie, Heidelberg, Germany

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie. 75. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie, 97. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie, 52. Tagung des Berufsverbandes der Fachärzte für Orthopädie. Berlin, 25.-28.10.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. DocWI67-731

DOI: 10.3205/11dkou428, URN: urn:nbn:de:0183-11dkou4281

Veröffentlicht: 18. Oktober 2011

© 2011 Wang et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: Rückenschmerzpatienten beklagen komorbide Hilflosigkeit, Depressivität sowie kognitive/affektive Beeinträchtigungen. Die kognitiven Beeinträchtigungen bei chronischen Rückenschmerzen wurden noch nicht systematisch untersucht.

Ziel der Studie war, die kognitiven Funktionen nach Arbeitsgedächtnis, und Informationsgeschwindigkeit bei Patienten mit chronischen Rückenschmerzen sowie die Veränderlichkeit durch multimodale Schmerztherapie zu erfassen.

Methodik: Es wurden 33 Patienten mit chronischen Rückenschmerzen und 25 gesunde Probanden in diese prospektive Studie eingeschlossen. Zu 3 Zeitpunkten wurde die automatisierte neuropsychologische Testbatterie Cambridge (CANTAB) durchgeführt. Dabei wurden Informationsverarbeitung in der Kategorien Auswahlreaktionszeit, Musterwiedererkennung, Raumabgrenzung und Arbeitsgedächtnis (TMT-A, TMT-B) und Wechsler Intelligenztest (WAIS-III) eingesetzt. Die Ergebnisse wurden mit SPSS.17.for Windows analysiert: Kruskal-Wallis-Test sowie Mann-Whitney-Test für Gruppenunterschiede, Wilcoxon-Test für Prä- und Posttherapie-Vergleiche.

Ergebnisse und Schlussfolgerungen: ErgebnisVor der Therapie (T1) benötigten die Patienten mit chronischen Rückenschmerzen signifikant mehr Zeit für Durchführung der Teste TMT-A (p=0.047) und TMT-B (p=0.034) als gesunde Probanden. In CRT, PRM und SSP Testen wurden keine Unterschiede zwischen beiden Gruppen festgestellt. Zu Therapieende (T2) und 6 Monaten (T3) danach verbesserten die Patienten signifikant die Reaktionszeit für den Test TMT-A in Vergleich zu T1 (bei T2 p=0.02, bei T3 p=0.021). Es wurden signifikante Korrelationen zwischen Schmerzstärke, Depression/Angst, Medikation und den neuropsychologischen Testen gefunden.

Arbeitsgedächtnis und Informationsverarbeitungsgeschwindkeit sind bei Patienten mit chronischen Rückenschmerzen beeinträchtig. Eine Interaktion zwischen diesen Dysfunktionen und Schmerzstärke, affektiver Beeinträchtigung und Medikation wurden festgestellt. Die multimodale Schmerztherapie mit Komponenten Psychotherapie und körperlicher Rekonditionierung und Medikamentenabbau verbessert die beeinträchtigten kognitiven Funktion.se: