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Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie, 75. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie, 97. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie, 52. Tagung des Berufsverbandes der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie

25. - 28.10.2011, Berlin

Verletzungen im Trensport Wakeboarding – eine Analyse von Freizeit- und Profifahrern

Meeting Abstract

  • K. Fehske - Universitätsklinikum Würzburg, Unfall-, Hand-, Plastische und Wiederherstellungschirurgie, Würzburg, Germany
  • J. Goschenhofer - Institut für Sportwissenschaft und Sportzentrum Julius-Maxim, Würzburg, Germany
  • R. Roth - Institut für Sportwissenschaft und Sportzentrum Julius-Maxim, Würzburg, Germany
  • O. Hoos - Institut für Sportwissenschaft und Sportzentrum Julius-Maxim, Würzburg, Germany
  • R. Meffert - Universitätsklinikum Würzburg, Unfall-, Hand-, Plastische und Wiederherstellungschirurgie, Würzburg, Germany

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie. 75. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie, 97. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie, 52. Tagung des Berufsverbandes der Fachärzte für Orthopädie. Berlin, 25.-28.10.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. DocWI64-1037

DOI: 10.3205/11dkou405, URN: urn:nbn:de:0183-11dkou4052

Veröffentlicht: 18. Oktober 2011

© 2011 Fehske et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: Das Wakeboarding ist eine in den letzten Jahren stark boomende Trendsportart, die aus vielen verschiedenen Strömungen wie Surfen, Skateboarding und Snowboarding entstanden ist. Das Prinzip ist, dass der Sportler auf einer Art Surfbrett steht und sich an einem Kabel festhält, welches entweder von einer Wasserskianlage oder einem Motorboot gezogen wird. Ähnlich wie beim Wasserskilauf können hier unterschiedliche (Sprung-) Manöver durchgeführt werden. Da es sich um eine verhältnismäßig junge Trendsportart handelt, sind bis dato erst wenige Studien zu Verletzungsarten, -häufigkeiten und -mustern in der Literatur zu finden. Ziel der vorliegenden Arbeit war es, die typischen Verletzungsmuster und -häufigkeiten im Wakeboarding zu katalogisieren und kategorisieren und selbige mit potentiell verletzungsrelevanten Charakteristika der Sportler abzugleichen, um in der Folge Konsequenzen zur Verletzungsprävention ableiten zu können.

Methodik: Mit Hilfe einer Internet-basierten Umfrage wurden 352 Probanden retrospektiv und über eine Saison lang befragt.

Ergebnisse und Schlussfolgerungen: Der Altersmittelwert lag bei 25,4 Jahre (13-42 Jahre, s=6,8, 275 männlich, 77 weiblich) betrug und die eine durchschnittliche Wakeboard-Erfahrung von 3,9 Jahren (1-17 Jahre, s=3,0) aufwiesen.

Es konnten Verletzungsraten von 12 Verletzungen pro 1000 Stunden und 35 Verletzungen pro 1000 Tage errechnet werden, sowie eine Verletzung pro 84 aktiver Stunden. Der Anteil derjenigen, die sich überhaupt schon eine Verletzung beim Wakeboarding zugezogen haben, lag bei 74,4%. Am häufigsten verletzten sich die Sportler an den Armen (36,0%) und den Beinen (32,0%). Rumpf- (16,7%) und Kopf- bzw. Gesichtsverletzungen (15,3%) waren insgesamt seltener. Den Kategorisierungen der Abbreviated Injury Scale folgend (Civil, 1988), traten mittelschwere und schwere Verletzungen am häufigsten am Kopf (33,0%) auf, gefolgt von den Beinen (30,1%), den Armen (22,3%) und dem Rumpf (15%).

212 Probanden gaben an, einen Helm zu nutzen. Bei den schweren Kopfverletzungen zeigte sich, dass ein Helm das Risiko von Schädelbrüchen und Gehirnblutungen um die Hälfte verringerte.

Es stellte sich insgesamt heraus, dass das Wakeboarding eine risikoreiche Sportart ist, wobei verschiedene Materialien, Protektoren, Aufwärm- und Trainingsgewohnheiten dieses Risiko wesentlich beeinflussen. Die Sportart besitzt viel Potential im Hinblick auf die Verletzungsprophylaxe und könnte durch verbesserte Anfängerschulung und intensivere Verletzungsvorbeugung sicherer für den Sportler gemacht werden.

Andere Studien bzgl. der Verletzungshäufigkeit beim Wakeboarding, zeigten höhere Werte (William G. Carson (2004), 86 Wakeboarder Verletzungshäufigkeit von 77%. Schofer et al. (2010) 122 Sportler, Verletzungsrate von 98%.)

Die verbuchte Verletzungshäufigkeit ist gegenüber Freizeitsportarten wie dem Handball oder Eishockey niedriger (Olsen, 2006; Pettersson, 1993), im Vergleich zum Basketball jedoch höher (Meeuwisse, 2003).