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Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie
71. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie, 93. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie und 48. Tagung des Berufsverbandes der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie

24. - 27.10.2007, Berlin

Behandlung des CRPS I in der Frühphase – Cortison (Methylprednisolon) versus Bisphosphonat (Zoledronsäure)

Meeting Abstract

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  • J. Zaspel - LMU München, Unfallchirurgie am Klinikum Großhadern, München, Germany
  • O. Pieske - LMU München, Unfallchirurgie am Klinikum Großhadern, München, Germany
  • S. Piltz - LMU München, Unfallchirurgie am Klinikum Großhadern, München, Germany

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie. 71. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie, 93. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie, 48. Tagung des Berufsverbandes der Fachärzte für Orthopädie. Berlin, 24.-27.10.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. DocP23-1583

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dkou2007/07dkou379.shtml

Veröffentlicht: 9. Oktober 2007

© 2007 Zaspel et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die Therapie des CRPS I bleibt ebenso wie die zugrundeliegende Pathophysiologie bis heute ein noch nicht vollständig erforschtes Gebiet. Als eine der favorisierten Pathomechanismen wird das CRPS I als neurovaskuläre Fehlregulation mit inadäquater sympathischer vasomotorischer Reflexantwort gesehen. Klinisch dominiert vor allem in der Anfangsphase ein meist kontinuierlicher Schmerz, Allodynie oder eine Hyperalgesie disproportional zum auslösenden Ereignis. Des Weiteren findet sich häufig dystrophe Störungen. Insbesondere der z.T. unerträgliche Schmerz beeinträchtigt stark. Die in üblichen posttraumatischen Schmerzstandards eingesetzten Medikamente, wie NSRA oder schwachwirksame Opioide zeigen nur einen begrenzeten Erfolg und sind nicht beliebig steigerbar. In letzter Zeit fanden Bisphoshonate, nicht wegen ihres osteoklastenhemmenden Effektes, sondern wegen ihres direkten analgetischen Potentials in der Therapie des CRPS I zunehmend Verbreitung.

Methodik: Es wurden 24 Patienten im Rahmen einer prospektiven indikationsbezogenen Beobachtungstudie untersucht, die weniger als 3 Monate an einem klinisch manifestem CRPS I erkrankt waren. Alle Patienten erhielten neben den üblichen physikalmed. Anwendungen, eine aus NSAR, einem schwachwirksamen Opioid und einem Coanalgetikum (Antidepressivum/Antikonvulsivum) bestehende Basisschmerzmedikation. 14 Patienten erhielten eine Cortisonschubtherapie nach dem Schema: Methylprednisolon d 1-4 80 mg/d 5-8 60 mg/d 9-12 40 mg/d 13-16 20 mg. 10 Patienten wurden einmalig mit 5 mg Zoledronat als Kurzinfusion behandelt. Alle Patienten wurden 6 Monate beobachtet und eine Woche, 1, 3 und 6 Monate nach Therapie hinsichtlich der bestehenden Symptome mit Leitgröße Schmerz evaluiert.

Ergebnisse: Cortison zeigte einen signifikant (p<0,001) besseren Einfluß auf die dystrophen Symptome, wie Ödem und sudomotorische Störungen gegenüber dem Bisphoshonat über den gesamten Zeitraum. Eine signifikante Schmerzreduktion (innerhalb der Cortisongruppe) fand sich nur bis 1 Monat nach Therapie, hier fand sich auch kein Unterschied in der Wirksamkeit zum Bisphosphonat. Die mit dem Bisphosphonat behandelten Patienten zeigten innerhalb dieser Gruppe eine tendenzielle Besserung der dystrophen Symptome. Entscheidend gebessert und dies signifikant (p<0,001) in der gleichen Gruppe, wie auch im Vergleich zum Cortison über den gesamten Beobachtungszeitraum hinweg hatte sich die Schmerzstärke. Hier fand sich durchgängig eine um 70% Reduktion auf der VAS.

Zusammenfassung: Mannigfaltig wie die pathophysiolog. Erklärungsansätze ist die aktuelle Therapie des CRPS I. Leider finden sich nur wenige relevante neue Behandlungsstrategien. Eine hiervon scheinen Bisphosphinate zu sein, die insbesondere eine dauerhafte Besserung des Schmerzes zu versprechen schienen, wie auch in unserer Untersuchung gezeigt werden konnte. Es bleibt abzuwarten, ob sich diese Tendenz beim vorliegen größerer Fallzahlen und längerer Beobachtungszeiträume bestätigt.