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67. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie
89. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie
44. Tagung des Berufsverbandes der Fachärzte für Orthopädie

11. bis 16.11.2003, Messe/ICC Berlin

Psychosoziale Rehabilitation und Lebensqualität handerhaltender gegenüber ablativer Chirurgie von primären Knochentumoren

Meeting Abstract (DGOOC 2003)

  • corresponding author Robert Rödl - KLinik und Poliklinik für allgemeine Orthopädie, Universitätsklinikum Münster, Albert-Schweitzer-Str. 33, 48129, Münster, Phone: 0251-8347909, Fax: 0251-8347989
  • C. Hoffmann - Klinik und Poliklinik für Allgemeine Orthopädie, Universitätsklinikum Münster, Germany
  • M. Sprangers - Department of Medical Psychology, University of Amsterdam, The Netherlands
  • A.W. Craft - Department of Child Health, Newcastle upon Tyne, United Kingdom
  • W. Winkelmann - Klinik und Poliklinik für Allgemeine Orthopädie, Universitätsklinikum Münster, Germany

Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie. Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und orthopädische Chirurgie. Berufsverband der Fachärzte für Orthopädie. 67. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie, 89. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie und 44. Tagung des Berufsverbandes der Fachärzte für Orthopädie. Berlin, 11.-16.11.2003. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2003. Doc03dguO18-10

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgu2003/03dgu0930.shtml

Veröffentlicht: 11. November 2003

© 2003 Rödl et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung

Es soll überprüft werden, in wieweit der Verlust der Hand und des Armes in Folge der operativeen Behandlung eines primär malignen Knochentumors (Osteosarkom, Ewingsarkom) im Jugendlichenalter die Lebensqualität und die psychosoziale Situation im Langzeitverlauf beeinflußt.

Methoden

Es wurde in einer internationalen Studie (D,GB,NL) prospektiv die Lebensituation, die Lebensqualität und das funktionelle Ergebnis mit geschlossenen Fragen und international bekannten Meßinstrumenten (Toronto Extremity Salvage Score, SF-36, Rosenberg self-esteem, Body Image, Sexual Function) bei 99 Patienten untersucht. 80 Patienten waren handerhaltend operiert und 19 Patienten waren amputiert worden. Der mittlere Nachuntersuchungszeitraum betrug 11,1 Jahre (SD 3,5 Jahre).

Ergebnisse

Der die Funktion bewertende TESS-Score zeigte signifikant bessere Ergebnisse bei den handerhaltend operierten Patienten. Alle übrigen Parameter und Scores, die die Lebensqualität und Lebenssituation beurteilten, zeigten keinen signifikanten Unterschied zwischen den beiden Gruppen bis auf zwei Teilaspekte: Die Amputierten fühlten sich vitaler und die erhaltend Operierten hatten weniger Schmerzen.

Schlussfolgerungen

Der Erhalt der Hand sollte nicht durch eine inadäquate Tumorresektion mit dem Risiko eines Lokalrezidives, ohne ernsthafte Überlebenschance erkauft werden, da sich keine Hinweise finden, daß eine aus onkologischen Gründen erfolgte Amputation im Bereich der oberen Extremitäten langfristig zu psychologischen Belastungen und einer schlechten Lebensqualität führen.