gms | German Medical Science

67. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie
89. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie
44. Tagung des Berufsverbandes der Fachärzte für Orthopädie

11. bis 16.11.2003, Messe/ICC Berlin

DHEA moduliert differentiell auf Transkriptions- und Translationsebene die Zytokin-Expression in einem "Second-Hit"-Modell nach Trauma.

Meeting Abstract (DGU 2003)

  • corresponding author Tanja Barkhausen - Medizinische Hochschule Hannover, Carl-Neuberg-Str. 1, 30625, Hannover, Phone: 0511/532-2927, Fax: 0511/532-8928
  • H.-C. Pape - Medizinische Hochschule Hannover, Carl-Neuberg-Str. 1, 30625, Hannover, Phone: 0511/532-2927, Fax: 0511/532-8928
  • C. Krettek - Medizinische Hochschule Hannover, Carl-Neuberg-Str. 1, 30625, Hannover, Phone: 0511/532-2927, Fax: 0511/532-8928
  • M. van Griensven - Medizinische Hochschule Hannover, Carl-Neuberg-Str. 1, 30625, Hannover, Phone: 0511/532-2927, Fax: 0511/532-8928

Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie. Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und orthopädische Chirurgie. Berufsverband der Fachärzte für Orthopädie. 67. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie, 89. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie und 44. Tagung des Berufsverbandes der Fachärzte für Orthopädie. Berlin, 11.-16.11.2003. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2003. Doc03dguD3-2

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgu2003/03dgu0240.shtml

Veröffentlicht: 11. November 2003

© 2003 Barkhausen et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung

DHEA ist als Immunmodulator bekannt und führt bei Trauma und Sepsis zu einer Reduktion der Mortalitätsrate. Über die Wirkungsmechanismen, auf deren Basis DHEA seine Modulation der Immunsuppression nach Sepsis oder Verbrennungen ausübt, ist bisher wenig bekannt. In dieser Studie wurde untersucht, inwiefern eine Behandlung mit DHEA in einem Trauma-Modell zu einer Veränderung des Zytokin-Expressionsmusters sowohl auf trankriptionaler als auch auf translationaler Ebene führt.

Methoden

Das Second-Hit-Modell bestand einerseits aus einer Femurfraktur, die mittels einer speziell entwickelten Femurfrakturmaschine durchgeführt wurde, und zeitgleicher einstündiger Hämorrhagie mit anschließender Substitution der Versuchstiere. Im "second hit" wurde nach 48 Stunden eine Sepsis durch CLP induziert. Sham-Kontrollen wurden einer Laparatomie unterzogen. Die Tiere wurden 96 Stunden nach Sepsis-Induktion exsanguiniert. In beiden Gruppen wurde sowohl eine Behandlung mit NaCl als auch mit DHEA (25mg/kg) durchgeführt. Die mRNA-Expression von TNF-alpha, IL-1beta und IL-10 wurde in Leber- und Lungengewebe determiniert, die Proteinexpression wurde im Serum mittels ELISA bestimmt. Signifikanzen wurden unter Verwendung des Kruskal-Wallis-Tests ermittelt.

Ergebnisse

Die Zytokinkonzentration im Serum wiesen eine signifikante Reduktion an TNF-a und IL-1ß nach Second-Hit und DHEA-Behandlung im Gegensatz zur NaCl-Gabe auf. Es konnte jedoch keine Veränderung der IL-10-Konzentration ermittelt werden. Die Bestimmung der mRNA-Expression wies im Vergleich dazu ein unterschiedliches Muster auf. Im Lungengewebe kam es nach Second-Hit und DHEA-Gabe zu einem Anstieg der mRNA-Menge von TNF-alpha und IL-1beta, die IL-10 mRNA-Expression wies hierbei keine Veränderung auf. In der Leber konnten ein Anstieg der IL-1beta und IL-10 mRNA-Expression und zeitgleich eine Verminderung der TNF-alpha mRNA-Expression nachgewiesen werden.

Schlussfolgerungen

Diese Ergebnisse zeigen, daß DHEA die Immunreaktion nach Trauma und anschließender Sepsis auf transkriptionaler und translationaler Ebene unterschiedlich moduliert. Besonders wichtig erscheint hierbei der Effekt der DHEA-Gabe auf translationaler Ebene, da die reduzierte Zytokämie nach DHEA-Behandlung in einer signifikant verminderten Mortalitätsrate resultiert. Spezifische Interaktionen auf Translationsebene sollten in weiteren Forschungsprojekten untersucht werden.