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21. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie

27.09.-29.09.2012, Karlsruhe

Langzeitergebnisse nach einmaliger Resektion pulmonaler Metastasen bei kolorektalem Karzinom: 40 Jahre Erfahrung eines Tumorzentrums

Meeting Abstract

  • Waldemar Schreiner - Universitätsklinik Erlangen, Thoraxchirurgische Abteilung, Erlangen
  • Johannes Hoffmann - Universitätsklinik Erlangen, Thoraxchirurgische Abteilung, Erlangen
  • Horia Sirbu - Universitätsklinik Erlangen, Thoraxchirurgische Abteilung, Erlangen
  • Peter Klein - Universitätsklinik Erlangen, Chirurgische Klinik, Erlangen
  • Werner Hohenberger - Universitätsklinik Erlangen, Chirurgische Klinik, Erlangen

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie. 21. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie. Karlsruhe, 27.-29.09.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. DocFV 1.4

DOI: 10.3205/12dgt42, URN: urn:nbn:de:0183-12dgt429

Veröffentlicht: 17. September 2012

© 2012 Schreiner et al.
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Gliederung

Text

Zielsetzung: Die Resektion von Lungenmetastasen des kolorektalen Karzinoms gilt als eine effektive Behandlung, die das Langzeitüberleben sichert. Mehrere Studien konnten signifikant bessere Ergebnisse noch 10 Jahre nach einer operativen Resektion nachweisen. In dieser Studie wurden die Langzeitergebnisse über einen Zeitraum von 40 Jahren hinsichtlich prognostisch wichtiger Faktoren evaluiert.

Methode: In dem Zeitraum 1972–2012 wurden 248 Patienten an Lungenmetastasen eines kolorektalen Karzinoms operiert. Diese retrospektive Studie wurde an 158 Fällen mit einer einmaligen Metastasenresektion durchgeführt. Die Daten wurden hinsichtlich Operationsmethode, R-Resektionsstatus, neoadjuvanter Chemotherapie, positivem Lymphknotenbefall, tumorfreiem Intervall und Metastasenzahl ausgewertet.

Ergebnis: Es wurden 55 Frauen und 103 Männer mit einem mittleren Alter von 65,2±11,9 Jahren operiert. Das 5-, 10-, 15- und 20-J. Überleben des beobachteten Patientenkollektivs betrug 46,2%, 31,6%, 26,8% und 19,2%. Der R0-Resektionsstatus zeigte ein signifikant besseres Überleben im Vergleich zu R1-Resektion (5-, 10-, 15- und 20-J. Überleben 47,5%, 33,2%, 28,1% und 20,2% vs. 0%; p=.012). Nach anatomischer Resektion war der Verlauf im Vergleich zur atypischen Resektion signifikant besser (5 J.: 56,5% vs. 35,3%; 10 J.: 36,3% vs. 27,6%; 15 J.: 30,9% vs. 23,0; 20 J.: 26,1% vs. 5,8%; p=.021). Die Dauer des tumorfreien Intervalls (DFI) ist ein positiver prognostischer Faktor für das Langzeitüberleben. Im Intervall über 24 Monaten lag das 5-, 10-, 15- und 20-J. Überleben bei 59,4%; 40,1%; 33,1% und 29,7%; p=.006). Die Metastasenanzahl (mehr als 4/Patient) wirkte sich negativ auf das Gesamtüberleben aus. Die neoadjuvante Radiochemotherapie des Primarius ergab keine Signifikanz im Vergleich zu den nicht vortherapierten Patienten.

Schlussfolgerung: Im Rahmen einer retrospektiven Langzeitstudie über 40 Jahre wurden der R0-Status, die anatomische Resektion, ein langes tumorfreies Intervall und eine niedrige Metastasenanzahl als positive prognostische Faktoren eruiert.