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21. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie

27.09.-29.09.2012, Karlsruhe

Konsolidierende Lungenvolumenreduktions-Operation (LVRS) nach endoskopischer Lungenvolumenreduktion (ELVR) – Beschreibung einer Fallserie

Meeting Abstract

  • Katrin Hornemann - Thoraxklinik am Universitätsklinikum, Heidelberg, Chirurgische Abteilung, Heidelberg
  • Daniela Gompelmann - Thoraxklinik am Universitätsklinikum, Heidelberg, Abteilung Pneumologie und Beatmungsmedizin, Heidelberg
  • Claus P. Heußel - Thoraxklinik am Universitätsklinikum, Heidelberg, Diagnostische u. Interventionelle Radiologie m. Nuklearmed., Heidelberg
  • Felix JF. Herth - Thoraxklinik am Universitätsklinikum, Heidelberg, Abteilung Pneumologie und Beatmungsmedizin, Heidelberg
  • Ralf Eberhardt - Thoraxklinik am Universitätsklinikum, Heidelberg, Abteilung Pneumologie und Beatmungsmedizin, Heidelberg
  • Hans Hoffmann - Thoraxklinik am Universitätsklinikum, Heidelberg, Chirurgische Abteilung, Heidelberg
  • Hendrik Dienemann - Thoraxklinik am Universitätsklinikum, Heidelberg, Chirurgische Abteilung, Heidelberg

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie. 21. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie. Karlsruhe, 27.-29.09.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. DocFO 1.10

DOI: 10.3205/12dgt38, URN: urn:nbn:de:0183-12dgt381

Veröffentlicht: 17. September 2012

© 2012 Hornemann et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Die Lungenvolumenreduktions-Operation (LVRS) ist neben der Lungentransplantation die einzige etablierte Therapieoption bei fortgeschrittenem heterogenem Lungenemphysem. In den letzten Jahren wurden neue Verfahren der endoskopischen Lungenvolumenreduktion (EVLR) entwickelt, die eine schnelle klinische Akzeptanz erfahren haben. Selektierte Patienten profitieren funktionell von einer endoskopischen Ventil-Implantation mit Ausbildung einer Atelektase. Bei einigen Patienten kommt es im Verlauf jedoch zu Komplikationen mit rezidivierenden Pneumonien im atelektatischen Lungenabschnitt oder wiederholten Ventil-Dislokationen.

Zielsetzung: Wir haben untersucht, ob die Lobektomie nach Ventilimplantation eine sichere – und die funktionelle Verbesserung konsolidierende – Therapieoption ist.

Material und Methoden: Bei 7 Patienten (4 weiblich, mittleres Alter 60,3 Jahre, mittlere prätherapeutische FEV1 700 ml [410–970 ml] entsprechend 28,4% [18–37% vom Soll]) mit ausgeprägtem, unterlappenbetontem Lungenemphysem wurde durch Ventilimplantation eine EVLR durchgeführt. Alle Patienten erfuhren eine initiale Verbesserung der funktionellen FEV1 im Median +6,6% (+0,6±24,7%), entwickelten im weiteren Verlauf jedoch EVLR-assoziierte Komplikationen (Ventil-Dislokation in 5 Fällen, sowie rezidivierende Retentionspneumonie in einem Fall, so dass die Indikation zur LVRS mittels Lobektomie gestellt wurde. Lungenfunktionsparameter (PFT), 6-Minuten-Gehtest (6MWT) und Dyspnoescore (mMRC) wurden 90 Tage nach erfolgter LVRS erhoben.

Ergebnisse: In allen Fällen erfolgte eine komplikationslose Unterlappenektomie (6 links, 1 rechts). Die Drainagedauer betrug im Median 7 (4–12) Tage, verlängerte Fisteln traten nicht auf. Die Krankenhausaufenthaltsdauer betrug im Median 19 (11–36) Tage. 1 Patient verstarb 86 Tage post-op, nach anfänglicher klinischer Besserung an einem Spannungspneumothorax der Gegenseite in einem auswärtigen Krankenhaus. Die verbleibenden sechs Fälle zeigten eine Verbesserung der FEV1 auf 34,25% im Median (25,0–51,24%), sowie eine Reduktion des Residualvolumens (RV) um –86,95% im Median (–160,2±40%). Sowohl der 6-Minuten-Gehtest (6MWT) +49,5 m (35–140 m) als auch der Dyspnoescore (mMRC) im Median um 2,5 Punkte (0–4 Punkte) zeigten eine Verbesserung nach 90 Tagen.

Schlussfolgerung: Die Lobektomie nach Identifikation des Target-Areals durch die endoskopische Lungenvolumenreduktion ist eine sichere Therapieoption bei Patienten mit Unterlappen-betontem heterogenem Lungenemphysem. Bei keinem der sechs in dieser Fallserie untersuchten Patienten wurden schwerwiegende Lobektomie-assoziierte Komplikationen beobachtet. Bei allen Patienten konnte die initial nach EVLR dokumentierte funktionelle und klinische Verbesserung durch die Lobektomie wieder erreicht und über den Beobachtungszeitraum konsolidiert werden.