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21. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie

27.09.-29.09.2012, Karlsruhe

Fibroblasten Wachstumsfaktoren und deren Rezeptoren: Neues Therapie-Target im Malignen Pleuramesotheliom?

Meeting Abstract

  • Mir Alireza Hoda - Medizinische Universität Wien, Klinische Abteilung für Thoraxchirurgie, Wien, Österreich
  • Karin Schelch - Medizinische Universität Wien, Institut für Krebsforschung, Wien, Österreich
  • Bahil Ghanim - Medizinische Universität Wien, Klinische Abteilung für Thoraxchirurgie, Wien, Österreich
  • Thomas Klikovits - Medizinische Universität Wien, Klinische Abteilung für Thoraxchirurgie, Wien, Österreich
  • Martin Filipits - Medizinische Universität Wien, Institut für Krebsforschung, Wien, Österreich
  • Brigitte Marian - Medizinische Universität Wien, Institut für Krebsforschung, Wien, Österreich
  • Bettina Grasl-Kraupp - Medizinische Universität Wien, Institut für Krebsforschung, Wien, Österreich
  • Walter Berger - Medizinische Universität Wien, Institut für Krebsforschung, Wien, Österreich
  • Michael Grusch - Medizinische Universität Wien, Institut für Krebsforschung, Wien, Österreich
  • Walter Klepetko - Medizinische Universität Wien, Klinische Abteilung für Thoraxchirurgie, Wien, Österreich

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie. 21. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie. Karlsruhe, 27.-29.09.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. DocFO 1.7

DOI: 10.3205/12dgt35, URN: urn:nbn:de:0183-12dgt352

Veröffentlicht: 17. September 2012

© 2012 Hoda et al.
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Gliederung

Text

Zielsetzung: Das maligne Pleuramesotheliom (MPM) ist eine aggressive, asbest-assoziierte Krebserkrankung mit begrenzten Therapieoptionen und schlechter Prognose. Fibroblasten Wachstumsfaktoren (FGF) und deren Rezeptoren (FGFR) regulieren Wachstum, Wanderungsverhalten und Überleben von Zellen und sind an wichtigen physiologischen Prozessen aber auch an der Entstehung und dem Fortschreiten von Krebs beteiligt. Der FGF Signalweg wurde bereits als potentielles Ziel für neuartige Therapien in diverse Krebsarten untersucht, aber bisher noch nicht für das maligne Pleuramesotheliom. Ziel dieser Studie war die Evaluierung der FGF/FGFR Achse als mögliches Therapie-Target auch für MPM.

Methode: Die Expression aller vier FGFRs samt Isoformen und der 22 FGFs wurde mittels konventioneller PCR, qRT-PCR und Immunfluoreszenz in MPM Zelllinien (n=9) und immunhistochemischer Färbungen in Tumorgewebeproben (n=39) untersucht. Zur Stimulierung beziehungsweise Blockierung des FGF Signalwegs wurden rekombinantes FGF2, der Tyrosinkinaseinhibitor PD166866 sowie ein dominant-negativer FGFR1-Adenovirus verwendet. Zellwachstum und Wanderung wurden durch MTT-, Clonogenic-, Platypus- und Transwell-Assays ermittelt beziehungsweise durch Färbung mit Hoechst/PI und mikroskopischer Betrachtung. Änderungen in intrazellulären Signalwegen wurden mittels Western Blot Analyse dargestellt.

Ergebnis: Expressionsanalysen ergaben eine starke Überexpression des FGFR1 und eine hohe Expression der Liganden FGF2 und FGF18, sowohl in den Zelllinien als auch Tumorgewebeproben. Die Blockierung des FGFR1 durch spezifische Inhibitoren sowie ein Adenoviruskonstrukt führte in allen Zelllinien zu signifikant vermindertem Zellwachstum, Stimulation mit FGF2 hingegen zu einer Erhöhung sowie zu drastischen morphologischen Veränderungen. Ähnliche Effekte wurden auch in Bezug auf das Wanderungsverhalten von MPM Zellen beobachtet, begleitet von Änderungen in intrazellulären Signaltransduktionskaskaden. Des Weiteren resultierte die Inhibierung des FGFR1 in stark verminderter Spheroidbildung. Kombination von FGFR-Inhibierung mit herkömmlicher Chemo-und Radiotherapie führte in den meisten Fällen zu einer Verstärkung der Wirkung.

Schlussfolgerung: Unsere Daten zeigen, dass der FGF Signalweg eine wichtige Rolle für Wachstum, Überleben, Wanderungsverhalten sowie Chemo-und Strahlenresistenz in MPM Zellen spielt und eine weitere Exploration als potenziell neuer Therapieansatz im MPM sinnvoll ist.