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20. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie

22.09. bis 24.09.2011, Düsseldorf-Kaiserswerth

Die Bedeutung der perioperativen nichtinvasiven Beatmung

Meeting Abstract

  • Alexander Emmert - UMG, Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie, Göttingen
  • Ulrike Olgemöller - Ev. Krankenhaus Göttingen Weende gGmbh, Pneumologie, Beatmungsmedizin und Schlaflabor, Bovenden
  • Wolfgang Körber - Ev. Krankenhaus Göttingen Weende gGmbh, Pneumologie, Beatmungsmedizin und Schlaflabor, Bovenden
  • Marc Hinterthaner - UMG, Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie, Göttingen
  • Carl-Peter Criée - Ev. Krankenhaus Göttingen Weende gGmbh, Pneumologie, Beatmungsmedizin und Schlaflabor, Bovenden
  • Bernhard Danner - UMG, Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie, Göttingen
  • Friedrich Schöndube - UMG, Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie, Göttingen

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie. 20. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie. Düsseldorf, 22.-24.09.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. DocPO 1.3

DOI: 10.3205/11dgt53, URN: urn:nbn:de:0183-11dgt531

Veröffentlicht: 19. September 2011

© 2011 Emmert et al.
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Gliederung

Text

Zielsetzung: Patienten mit schwergradig eingeschränkter Lungenfunktion haben bei großen lungenchirurgischen Eingriffen ein erhöhtes perioperatives Risiko. Wir untersuchten bei diesen Hochrisikopatienten den Einfluss einer mindestens drei Tage präoperativ begonnenen, perioperativen nichtinvasiven Beatmung (NIV) auf den klinischen Verlauf. Es wurden Patienten mit zu erwartender schwergradiger postoperativer Lungenfunktionseinschränkung prospektiv eingeschlossen.

Patienten: Patienten mit Indikation zu einem großen lungenchirurgischen Eingriff (in erster Linie Lobektomie und Pneumonektomie) und postoperativ prädiktiver ppFEV1 von 0,9–1,3 l wurden eingeschlossen, Patienten mit einer ppFEV1<0,9 l ausgeschlossen. Alle Patienten werden zuvor unter maximaler bronchodilatatorischer Therapie mittels Spiroergometrie und quantitativer Lungenperfusions-Ventilationsszintigraphie evaluiert und erlernten eine nichtinvasive Maskenbeatmung. Die Patienten wurden in zwei Gruppen randomisiert: Standardtherapie versus Standardtherapie plus Fortsetzung der NIV.

Ergebnisse: 1 Patienten wurden bisher eingeschlossen, von denen bei 14 Patienten eine Lobektomie, bei 6 Patienten eine Pneumonektomie und bei einem Patienten eine Segmentresektion durchgeführt wurde. 10 Patienten wurden in die Beatmungsgruppe und 11 Patienten in die Kontrollgruppe randomisiert. Bezüglich der präoperativ erhobenen Funktionsparameter unterschieden sich die Gruppen bis auf eine in der Beatmungsgruppe signifikant bessere prozentuale FEV1 nicht, die klinischen Parameter waren bis auf das Alter ebenfalls vergleichbar. Hinsichtlich der Größe der durchgeführten operativen Eingriffe gab es keinen Unterschied. Der klinische Verlauf im Hinblick auf der Notwendigkeit einer erneuten invasiven Beatmung, der Pneumonie-Inzidenz sowie der Dauer des stationären Aufenthaltes zeigte zwischen den beiden Gruppen keinen signifikanten Unterschied. Einer der Patienten starb im Untersuchungszeitraum, bei vier der Patienten traten pulmonale Komplikationen auf.

Schlussfolgerung: Die nichtinvasive Beatmung ist bei Patienten im Rahmen der perioperativen Konditionierung bei großen lungenchirurgischen Eingriffen als zusätzliche Unterstützung geeignet. In beiden Gruppen war die perioperative Mortalität vergleichsweise niedrig, jedoch unterschieden sich die Gruppen im klinischen postoperativen Verlauf bei dem bisher ausgewerteten Kollektiv nicht. Um den erwarteten positiven Effekt der Fortführung der nichtinvasiven Beatmung postoperativ einschätzen zu können müssen noch weitere Patienten rekrutiert werden (geplant 60).