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18. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie

08.10. bis 10.10.2009, Augsburg

Verschluss einer Bronchopleuralen Fistel nach Pneumonektomie durch Coils und Kleber: ultima ratio oder Alternative?

Meeting Abstract

  • Joanna Korczyk - Universitätsklinikum Bonn, Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Bonn
  • Jens Buermann - Universitätsklinikum Bonn, Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Bonn
  • Andreas Hirner - Universitätsklinikum Bonn, Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Bonn
  • Marcel Kaminski - Universitätsklinikum Bonn, Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Bonn

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie. 18. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie. Augsburg, 08.-10.10.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. DocPO2.9

DOI: 10.3205/09dgt81, URN: urn:nbn:de:0183-09dgt814

Veröffentlicht: 20. November 2009

© 2009 Korczyk et al.
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Gliederung

Text

Bei einer 52-jährigen Patientin wurde 09/06 bei Diagnose eines Pierre-Marie-Bamberger-Syndroms im Rahmen der Umfelddiagnostik ein zentrales Brochialcarcinom (Adeno-Ca) diagnostiziert. Das clinical Staging ergab ein cT3 N2 M0 Stadium bzw. ein UICC-Stadium IIIb. Nach neoadjuvanter Chemotherapie nach dem Vokes-Protokoll (Cisplatin, Gemcitabine, 45 Gy) bis 12/06 zeigte sich im Re-Staging 01/07 ein Downstaging auf ein UICC-Stadium IIIa. Es erfolgte 02/07 eine Pneumonektomie rechts mit radikaler Lymphknotendissektion. Das Ergebnis der histopathologischen Begutachtung lautete: pT2 pN2 (14/27) R0, Malignitätsgrad G3. Der postoperative Verlauf war komplikationslos und die Patientin konnte aus der stationären Behandlung entlassen werden. Nach Abschluss einer Anschlussheilbehandlung wurde 04/07 eine adjuvante Chemotherapie angeschlossen. 05/07 trat eine Pneumonie auf. Bronchoskopisch erfolgte bei radiologischer Diagnose eines rechtsseitigen Pleuraempyems schließlich der Nachweis einer Bronchusstumpfinsuffizienz mit bronchopleuraler Fistel. Aufgrund des kritischen Allgemeinzustandes der Patientin wurde zunächst eine Thoraxdrainage angelegt und antibiotisch antherapiert. In den folgenden Wochen etablierte sich dann eine broncho-pleuro-cutane Fistel. Nach Erholung der Patientin wurde 10/07 der insuffiziente Bronchusstumpf durch Omentumtransposition und nachfolgend bei Nekrose des Netzes durch eine Lappenplastik (M. latissimus dorsi und M. serratus anterior) versorgt. Die Eingriffe blieben erfolglos, so dass die bronchopleurale Fistel persistierte und sich ein Thoraxwandfenster etablierte. Eine Konditionierung der Wundverhältnisse wurde mit Vakuumverband durchgeführt. Es folgte 02/08 die bronchoskopische Okklusion der Fistel mittels 2 ml Fibrinkleber (Quixil) und drei Gefäßembolisationsspiralen (Fa. Cook). Postinterventionell zeigte sich in den Kontrolluntersuchungen eine vollständige Abheilung der Insuffizienz. Auch szintigraphisch und im CT war keine Insuffizienz mehr nachweisbar. Das Thoraxwandfenster heilte sekundär ab. Im gesamten Verlauf ergab sich kein Anhalt für das Vorliegen eines Lokalrezidivs oder einer Metastasierung des operierten Bronchialcarcinoms. Die Patientin ist heute wieder sechs Stunden täglich arbeitsfähig. Die o.g. Methode wird bei Fisteln mit einem Durchmesser <5 mm empfohlen. Wir haben diese Methode erfolgreich als ultima ratio angewendet, da die konventionellen Verfahren ohne Erfolg blieben. Unseres Erachtens ist es durchaus überlegenswert, diese Methode als 1. Wahl anzuwenden.