gms | German Medical Science

18. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie

08.10. bis 10.10.2009, Augsburg

Solitärer fibröser Pleuratumor – unterschiedliche Verläufe anhand von drei Kasuistiken

Meeting Abstract

  • Martin Hohls - Helios Klinikum Krefeld, Lungenzentrum/Thoraxchirurgie, Krefeld
  • Antje Siebke - Helios Klinikum Krefeld, Lungenzentrum/Thoraxchirurgie, Krefeld
  • Michael Gokel - Helios Klinikum Krefeld, Lungenzentrum/Thoraxchirurgie, Krefeld
  • Oleg Kuhtin - Helios Klinikum Krefeld, Lungenzentrum/Thoraxchirurgie, Krefeld
  • Thomas Graeter - Klinik Löwenstein, Lungenzentrum / Thoraxchirurgie, Krefeld
  • Viktor Haas - Helios Klinikum Krefeld, Lungenzentrum / Thoraxchirurgie, Krefeld

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie. 18. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie. Augsburg, 08.-10.10.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. DocPO1.6

DOI: 10.3205/09dgt65, URN: urn:nbn:de:0183-09dgt651

Veröffentlicht: 20. November 2009

© 2009 Hohls et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Zielsetzung: Die Diagnose „solitärer fibröser Pleuratumor“ bezeichnet kein einheitliches Tumorleiden. Anhand von drei Kasuistiken zeigen wir Unterschiede in Bildgebung, Histologie, operativem Befund und Verlauf.

Methode: Fall 1: Eine 76 jährige Frau mit dem Zufallsbefund einer Raumforderung im linken costophrenischen Recessus.

Fall 2: Ein 79 jähriger Mann mit dem Zufallsbefund einer Raumforderung im Bereich des rechten Unterfeldes.

Fall 3: Ein 47 jähriger Mann mit dem Zufallsbefund einer Raumforderung im Bereich des linken Unterfeldes.

Ergebnis: Im Fall 1 fand sich der „klassische“ Befund eines gestielt von der viszeralen Pleura ausgehenden, im Pleuraspalt mobilen, 4,5cm großen solitären fibrösen Pleuratumors. Die bisherige Nachsorge zeigt kein Tumorrezidiv.

Im Fall 2 fand sich ein am Hilus infiltrierend in den Unterlappen vorwachsender Tumor, der eine intraperikardiale Unterlappenresektion erforderte. Die histologische Aufarbeitung ergab die Diagnose eines z.T. intrapulmonal wachsenden solitären fibrösen Pleuratumors. Die bisherige Nachsorge zeigt kein Tumorrezidiv.

Im Fall 3 wurde ein 30x20cm großer solitärer fibröser Pleuratumor mit zusätzlicher atypischer Resektion aus dem Lungenunterlappen und Zwerchfellteilresektion entfernt. 2 Jahre postoperativ fanden sich multiple beidseitige pulmonale Metastasen, die Metastasektomie sicherte ein spindelzelliges Sarkom.

Schlussfolgerung: Die Diagnose eines benignen solitären fibrösen Pleuratumors ist selten. Die klinische, radiologische und intraoperative Präsentation ist mannigfaltig, der histopathologische Befund kann bei den oft sehr großen Tumoren nur Ausschnitte abbilden. Auch wenn Rezidive/Metastasen bei diesen Tumoren als selten beschrieben werden, ist aus unserer Erfahrung eine regelmäßige Nachsorge wie bei malignen Erkrankungen erforderlich.