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17. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie

11.09. bis 13.09.2008, Bremen

Wandel in der Chirurgie der Lungenaspergillose? Ein Update

Meeting Abstract

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  • M. Kaminski - Universitätsklinikum Bonn
  • A. Hirner - Universitätsklinikum Bonn
  • J. Bührmann - Universitätsklinikum Bonn

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie. 17. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie. Bremen, 11.-13.09.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc08dgt61

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgt2008/08dgt61.shtml

Veröffentlicht: 22. Oktober 2008

© 2008 Kaminski et al.
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Gliederung

Text

Die Indikation zur Lungenresektion an Patienten mit einer Aspergillose ergibt sich in aller Regel aus dem mit Hämoptysen einhergehenden Aspergillom. Letzteres ensteht in postentzündlich enstandenen Hohlräumen im Lungenparenchym. Anhand von in unserer Klinik operierten 14 Patienten, die eine histologisch nachgewiesene Aspergillose bzw. Aspergillom hatten, scheint es so, dass sich sowohl Op.-Indikation als auch die Grunderkrankungen einen Wandel erfahren haben.

12 lungenresezierte Pat. hatten eine kompromittierten Immunstatus: fortgeschrittenen HIV-Infektion: 3; chemotherapierte Hämoblastosen: 5; 4 weitere verschiedene Grunderkrankungen mit kritischer Immunlage.

Die präoperativ gestellte Diagnose Aspergillom/Aspergillose war für die Op-Indikation in 6 Fällen entscheidend, in den übrigen Fällen musste ein Lungenrundherd oder ein therapierefraktäres Infiltrat durch Thorakoskopie oder Thorakotomie abgeklärt werden.

Es wurden 6 Lobektomien, 6 offene und 2 thorakoskopische Klemmenresektionen durchgeführt. 2 mal wurde wegen ausgedehnter entzündlicher Verlötungen von thorakoskopischem auf offenem Vorgehen konvertiert.

Ein typische Aspergillom fand sich in 7 Fällen, ein chronisch nekrotisierende Aspergillose in 5 Fällen und eine invasive Aspergillose in 2 Fälle. In 11 Fällen war der postoperative Verlauf komplikationslos; 2 Patienten musste wegen einer Atelektase mehrfach bronchoskopiert werden, ein Pat. wurde wegen einer Nachblutung rethorakotomiert. Kein Pat. verstarb während des Kankenhausaufendhaltes.

Schlussfolgerung: Trotz des hohen Anteils immunkompromittierter Patienten, ist die Chirurgie der Lungenaspergillose sicher.

Die Zahl der Thorakoskopischen Resektionen ist im eigenen Krankengut gering, lässt sich aber noch durch zielgerichtete präpoperative Diagnostik noch steigern.

Sowohl die chronische nekrotisierende Lungenaspergillose als auch die invasive Lungenaspergillose erfordern häufig eine Lobektomie. Diese Operationen sind technisch anspruchsvoll.