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17. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie

11.09. bis 13.09.2008, Bremen

Adjuvante therapeutische Vakzinierung beim Lungenkarzinom: erste Ergebnisse einer klinischen Pilotstudie mit autologer Tumorzell-Impfung nach Lymphopenie-Induktion und autologer T-Zell Rekonstitution

Meeting Abstract

  • H. Winter - Klinikum Grosshadern, Ludwig-Maximilians-Universität München
  • N. K. van den Engel - Klinikum Grosshadern, Ludwig-Maximilians-Universität München
  • B. Fox - Providence Portland Medical Center, Portland, Oregon, USA Portland OR
  • M. Schlemmer - Klinikum Grosshadern, Ludwig-Maximilians-Universität München
  • H. Pohla - GSF – Institut für Molekulare Immunologie, München
  • S. Grützner - Klinikum Grosshadern, Ludwig-Maximilians-Universität München
  • B. Wagner - Klinikum Grosshadern, Ludwig-Maximilians-Universität München
  • D. J. Schendel - GSF – Institut für Molekulare Immunologie, München
  • R. Hatz - Klinikum Grosshadern, Ludwig-Maximilians-Universität München
  • D. Rüttinger - Klinikum Grosshadern, Ludwig-Maximilians-Universität München

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie. 17. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie. Bremen, 11.-13.09.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc08dgt37

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgt2008/08dgt37.shtml

Veröffentlicht: 22. Oktober 2008

© 2008 Winter et al.
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Gliederung

Text

Zielsetzung: Die Fünfjahresüberlebensrate für alle Stadien des nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms (NSCLC) liegt derzeit bei ca. 13%. Eine mögliche Ergänzung der etablierten Therapiekonzepte stellt die adjuvante therapeutische Vakzinierung dar. In präklinischen Versuchen konnte gezeigt werden, dass T-Lymphozyten rasch in einer lymphopenen Umgebung proliferieren. In der klinischen Pilot-Studie soll die Anwendungssicherheit und das Prinzip der lymphopenie-induzierten T-Zell Proliferation bei Patienten mit resektablem NSCLC in Kombination mit einer autologen Tumorzell-Impfung geprüft werden.

Methodik: Die Studie wurde von der Ehtikkommission der Medizinischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München genehmigt. Patienten mit resektablem NSCLC der Stadien I-IIIA eingeschlossen. Nach Abnahme der Leukapheresen und Reinfusion autologer T Lymphozyten werden die Patienten operiert. Aus dem resezierten Präparat werden autologe Tumorzellen isoliert und bestrahlt. Der so gewonnene Impfstoff wird intradermal appliziert (alle 2 Wochen, max. 5 Vakzinierungen). Die Dosierung der Vakzine beträgt 5x106 bis 50x106 Zellen/Impfung. Alle Patienten erhalten zur Lymphopenie-Induktion eine 3-tägige Chemotherapie (Cyclophosphamid 350 mg/m2 und Fludarabine 20 mg/m2) gefolgt von der Reinfusion autologer T Lymphozyten. Unmittelbar nach der anschliessenden Vakzinierung wird GM-CSF über 6 Tage mittels Minipumpe subkutan infundiert (50 μg/24 h).

Ergebnis: Bislang konnte bei 5/5 Patienten die autologe Tumorzellvakzine erfolgreich hergestellt werden. Bei insgesamt guter Verträglichkeit war die häufigste Nebenwirkung eine lokale Reaktion an der Impfstelle sowie Allgemeinsymptomen mit Grippe-ähnlicher Symptomatik. DTH Testungen waren bei 2 Patienten positiv. Biopsien, die 48 h nach der 3. Impfung im Bereich der Hautreaktion an der Impfstelle entnommen wurden, zeigten im Vergleich zu Kontroll-Biopsien eine Rekrutierung von CD1a-positiven Antigen-präsentierenden Zellen sowie ein Infiltrat aus CD3+ und CD4+ Zellen.

Schlussfolgerung: Die Durchfürhbarkeit und sichere Anwendung des klinischen Studienprotokolls konnte gezeigt werden. Die wichtige zeitliche Abfolge von Lymphopenie-Induktion, Reinfusion autologer T Lymphozyten und Tumorzellvakzinierung kann entsprechend dem präklinischen Modell erfolgen. Die Auswertung des Immunmonitorings wird zeigen, ob eine systemische Immunantwort induziert wurde.