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16. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie

04.10. - 06.10.2007, Konstanz

Chirurgie des nicht-kleinzelligen Bronchialcarcinoms bei geriatrischen Patienten: Analyse einer 10 Jahres Erfahrung

Meeting Abstract

  • Horia Sirbu - RWTH Universität Aachen, Thorax-, Herz-, Gefäßchirurgie, Aachen
  • Waldemar Schreiner - RWTH Universität Aachen, Thorax-, Herz-, Gefäßchirurgie, Aachen
  • Jan Spillner - RWTH Universität Aachen, Thorax-, Herz-, Gefäßchirurgie, Aachen
  • Guido Dohmen - RWTH Universität Aachen, Thorax-, Herz-, Gefäßchirurgie, Aachen
  • Rüdiger Autschbach - RWTH Universität Aachen, Thorax-, Herz-, Gefäßchirurgie, Aachen

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie. 16. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie. Konstanz, 04.-06.10.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc07dgtV16

DOI: 10.3205/07dgt47, URN: urn:nbn:de:0183-07dgt473

Veröffentlicht: 22. März 2010

© 2010 Sirbu et al.
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Gliederung

Text

Zielsetzung: Aktuelle Studien haben gezeigt, dass fortgeschrittenes Alter keine Kontraindikation für Lungenresektionen in geriatrischen Patienten mit Lungenkarzinom darstellt. Ziel dieser Studie war die Beobachtung vom klinischen Verlauf, chirurgischem Outcome, sowie Kurz- und Langzeitüberlebensraten geriatrischer Patienten nach chirurgischer Behandlung nicht-kleinzelliger Lungenkarzinome (NSCLC).

Methodik: Eine Kohorte von 273 Patienten über 70 Jahren mit NSCLC, die zwischen 1994 und 2004 eine kurative Resektion der Lunge erhalten haben, wurden in Hinblick auf Ihr Outcome untersucht. Statistische Auswertungen erfolgten in Hinblick auf präoperative Kondition, chirurgisches Verfahren, Histologie, Mortalität, postoperativen Verlauf, Komplikationsraten sowie Überlebensraten innerhalb des Beobachtungszeitraums.

Ergebnis: Das Durchschnittsalter entsprach 73,2±3,1 Jahre (Höchstalter 88 Jahre), und 31 (11,3%) waren 80 Jahre oder älter, 170 (62,2%) Patienten waren männlichen Geschlechts, der mittlere Beobachtungszeitraum entsprach 31 Monaten. Es wurden 115 (42,3%) Plattenepithelkarzinome, 83 (30,5%) Adenokarzinome, 11 (4,1%) bronchioalveoläre Karzinome, 47 (17,4%) großzellige, 8 (2,8%) gemischtzellige und 9 (2,9%) andere maligne Neoplasien festgestellt. Den meisten Patienten (n=237) wurden Standard-Verfahren unterzogen: 49 Bi-, 151 Lobektomien, 42 Pneumektomien, 9 Manschetten- und 22 atypische Resektionen. Bei 36 Patienten wurden ausgedehnte Tumor-Resektionen durchgeführt. Die 30-Tages-Mortalität entsprach 5,4% (n=15), hierbei entwickelten 25,9% pulmonale und 5,3% schwerwiegende kardiovaskuläre Komplikationen. Die multifaktorielle Analyse zeigte, dass ausgedehnte Eingriffe (p=0,0001), männliches Geschlecht (p=0,0001), niedrige FEV1 (p=0,02) und Alter (p=0,02) unabhängige Vorhersagewerte für die frühe Sterblichkeit darstellten. Die Überlebensraten nach 5, und 10 Jahren entsprachen respektiv 35,6% und 10,5%. Die Überlebensraten wurde außerdem durch ein fortgeschrittenes Krankheitsstadium (p=0,00012), eine niedrige FEV1 (p=0,003), eine vorbestehende Herzerkrankung (p=0,01) und Bluthochdruck (p=0,03) beeinflusst.

Schlussfolgerung: Sorgfältig selektierte und vorbereitete geriatrische NSCLC-Patienten, können mit guten Langzeitüberlebensraten einer Resektion zugeführt werden. Die Lobektomie mit systematischer Lymphknotendissektion ist das Verfahren der Wahl, ausgedehnte Resektionen sollten Sonderfällen vorbehalten bleiben.