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16. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie

04.10. - 06.10.2007, Konstanz

„Fast-Track“ Therapie bei Postpneumonektomie-Empyem: Eine bi-nationale Studie

Meeting Abstract

  • D. Schneiter - Universität Zürich, Klinik für Thoraxchirurgie, Zürich, Schweiz
  • T. Groztki - Universität Zürich, Klinik für Thoraxchirurgie, Zürich, Schweiz
  • D. Lardinois - Universität Zürich, Klinik für Thoraxchirurgie, Zürich, Schweiz
  • P. B. Kestenholz - Universität Zürich, Klinik für Thoraxchirurgie, Zürich, Schweiz
  • B. Wojcik - Universität Zürich, Klinik für Thoraxchirurgie, Zürich, Schweiz
  • J. Pierog - Universität Zürich, Klinik für Thoraxchirurgie, Zürich, Schweiz
  • W. Weder - Universität Zürich, Klinik für Thoraxchirurgie, Zürich, Schweiz

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie. 16. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie. Konstanz, 04.-06.10.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc07dgtV6

DOI: 10.3205/07dgt37, URN: urn:nbn:de:0183-07dgt379

Veröffentlicht: 22. März 2010

© 2010 Schneiter et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Das Postpneumonektomie-Empyem (PPE) ist eine seltene aber schwerwiegende Komplikation. Die erfolgreiche Behandlung ist auch für den erfahrenen Thoraxchirurgen eine Herausforderung. Vor 5 Jahren haben wir erstmals unser beschleunigtes Therapie-Verfahren international vorgestellt. In der Zwischenzeit wurde das Konzept zusätzlich an einem zweiten universitären Zentrum angewendet und evaluiert.

Patienten: Zwischen Juli 1995 und Oktober 2005 wurden 75 aufeinander folgende Patienten mit PPE in Szczecin (Polen) (35) und Zürich (Schweiz) (40) behandelt. Das Therapie-Konzept umfasst folgende Punkte: Aggressives chirurgisches Débridement der Pleurahöle durch Rethorakotomie (keine Fenestration des Thorax). Dieser Schritt wird alle 2–3 Tage in Narkose wiederholt bis sich makroskopisch sauberes Gewebe zeigt. Bei vorhandener broncho-pleuraler Fistel (BPF) wird diese initial verschlossen und mit gut vaskularisiertem Gewebe (Omentum oder Muskellappen) gedeckt. Zum Zeitpunkt des definitiven Thorax-Verschlusses wird die Pleurahöle mit einer Antibiotika-Lösung aufgefüllt.

Resultate: Von den 75 Patienten (63 Männer, mittleres Alter 59 Jahre (19–82 J.)) zeigten 46 ein rechtsseitiges PPE (32 mit BPF; 12 von 29 links). Das mittlere Zeitintervall zwischen Pneumonektomie und Diagnose des PPE war 131 Tage (7–7200 Tage). Die BPF wurden mit unterschiedlichem Gewebe gedeckt (Omentum 18, Muskel 11, perikardiales Fett 5, V. azygos 1). Innerhalb von 8 Tagen konnte bei allen ausser 2 Patienten (12 und 13 Tage) der Thorax definitiv verschlossen werden. Die mittlere Hospitalisationszeit lag bei 18 Tagen (9–134 Tage). Die Behandlung des PPE war bei 97.3% der Patienten (73/75) erfolgreich. Die 90 Tage- Mortalität betrug 4%. Der mittlere Beobachtungszeitraum war 29.5 Monate (3–107).

Schlussfolgerung: Die Therapie des PPE mit dem beschleunigten Verfahren ist erfolgreich und sicher. Die Resultate sind besser als in den bisherigen Veröffentlichungen mit vorübergehender und permanenter Thorakostomie und die Patienten schätzen die Integrität der Thoraxwand.