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15. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie

27.04. bis 29.04.2006, Weimar

Bei Patienten mit chronischer thromboembolischer pulmonaler Hypertension stimmt nicht die Pulmonalisangiographie sondern das Helikal-CT mit den intraoperativen Funden der Endarterektomie ueberein

Meeting Abstract

  • corresponding author S.E. Kurpanik - Hospital Clínic de Barcelona, Cirurgía Torácica, Barcelona
  • N. Staedtler - Barcelona
  • J. Lotz - Barcelona
  • B. Vaske - Barcelona
  • A. Haverich - Barcelona
  • P. Macchiarini - Barcelona

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie. 15. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie. Weimar, 27.-29.04.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06dgt38

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgt2006/06dgt36.shtml

Veröffentlicht: 26. April 2006

© 2006 Kurpanik et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Chronische Thromboembolische Pulmonale Hypertension (CTEPH) kann erfolgreich mittels Pulmonaler Endarterektomie (PE) behandelt werden. Wir haben die Zuverlaessigkeit von Pulmonalisangiographie (PA) und Helikal-CT (hCT) bei der praeoperativen Identifizierung proximaler und peripherer thromboembolischer Veraenderungen verglichen.

Methoden: Seit September 2003 wurden alle Patienten mit gesicherter operablen CTEPH prospektiv und praeoperativ mit PA und hCT nach folgenden Kriterien untersucht: vaskulaere Veraenderungen auf proximaler (Hauptstamm, Lobaergefaesse) und peripherer (segmental, subsegmental) Ebene jeder Seite (Anzahl, Grad der Obliteration, Dilatation, asymmetrische Wandverdickung). Die Bildinterpretation erfolgte blind durch 2 Thoraxradiologen. Die Befunde wurden miteinander und mit den intraoperativen Funden verglichen.

Ergebnisse: 56 konsekutive Patienten (Alter 58 +/- 16 J.) wurden rekrutiert und untersucht. Es fand sich kein signifikanter Unterschied zwischen proximalen Funden des hCT (li p=0.39; re p=0.40) und der PA (li p=0.35; re p=0.34) und den PE-Funden sowie zwischen hCT und PA (li p=0.37; re p=0.38) in Bezug auf Anzahl und Auspraegung der Okklusion. Auf peripherer Ebene stimmten nur hCT und PE (li p=0.4; re p=0.39)signifikant ueberein, nicht dagegen PA und hCT (signifikanter Unterschied: li p=0.025; re p=0.023) und PA und PE (signifikanter Unterschied: li p=0.024; re p=0.023).

Diskussion: Um das perioperative Risiko der PE niedrig zu halten, ist eine sorgfaeltige Auswahl der Patienten unverzichtbar. Lange Zeit galt fuer die Einschaetzung der Operabilitaet die PA als Goldstandart. Zunehmend wird auch das hCT in der Diagnostik angewendet, bei der Auswahl der fuer eine OP in Frage kommenden Patienten jedoch bislang nur in Kombination mit der PA. Unsere Studie zeigt, dass das hCT auf proximaler Ebene der PA ebenbuertig und auf segmentaler und subsegmentaler sogar ueberlegen ist. Krankhafte Veraenderungen wie kollateraler Flow, Reflux der V. cava, V. hepatica, Rechtsherzvergroesserungen und Lungenparenchymveraenderungen, die diffenrentialdiagnostisch von Bedeutung sind, koennen nur durch das hCT dargestellt werden.

Folgerungen: Das hCT ist fuer die Diagnose der CTEPH und die Auswahl der Patienten fuer eine PE ausreichend aussagekraeftig und kann die PA als invasive und zeit- und kostenaufwendige Methode ersetzen.