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15. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie

27.04. bis 29.04.2006, Weimar

Beurteilung asbestassozierter pleuraler Befunde: Vergleich der Modalitäten MRT und CT

Meeting Abstract

  • corresponding author A. Schmaehl - Thoraxklinikum am Universitätsklinikum Heidelberg, Radiologie, Heidelberg
  • M.A. Weber - Heidelberg
  • S.O. Schönberg - Heidelberg
  • M. Bock - Heidelberg
  • S. Tuengerthal - Heidelberg

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie. 15. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie. Weimar, 27.-29.04.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06dgt36

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgt2006/06dgt34.shtml

Veröffentlicht: 26. April 2006

© 2006 Schmaehl et al.
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Gliederung

Text

Asbestinduzierte Erkrankungen werden in Deutschland zunehmend häufiger. Wegen der langen Latenzzeiten zwischen Asbeststaubexposition und Folgeerscheinungen wird der Erkrankungsgipfel erst für die Jahre zwischen 2010 und 2030 erwartet.

Obwohl Pleuraplaques meist asymptomatisch bleiben und an sich keinen Krankheitswert und keine Malignisierungstendenz besitzen, ist ihr Nachweis von großer prognostischer Bedeutung. Sie sind beweisend für die Asbestexposition, vor allem, wenn kalzifizierte bilateral symmetrisch Plaques am Diaphragma vorkommen und verhelfen zur Diagnosestellung der Asbestose.

Der Nachweis von Pleuraplaques gilt als Brückenbefund bei einer möglichen Neoplasieentwicklung wie Bronchialkarzinom oder Pleuramesotheliom, weshalb die Detektion dieser oft nur minimalen radiologischen Veränderungen für den Radiologen von besonderer Bedeutung ist.

Die CT gilt derzeit als Goldstandard zur Detektion von asbest-induzierten Veränderungen der Pleura wie Plaquebildung, Pleurafibrose und Mesotheliom. Der MRT kam bis jetzt nur eine ergänzende Rolle zu, z.B. bei der nichtinvasiven Beurteilung und Einstufung eines Pleuraergusses und dem Pleuramesotheliom-Staging, bei dem die MRT der CT in der Beurteilung der Thoraxwandinfiltration überlegen ist.

Ziel der Studie ist die Evaluation der MR-Tomographie bei der Diagnostik asbest-induzierter pleuraler Befunde mit Hilfe hochauflösender Bildgebung, Referenzverfahren ist die CT mit hochauflösendem Algorithmus.

Methodik: 20 Patienten mit gesicherter langjähriger Asbestexposition wurden mittels CT (5mm-Schichtdicke, Siemens Somatom Plus Spiral-CT) und an einem Siemens 1,5 T-Magnetom Vision Kernspintomographen untersucht.

Ergebnisse: Pleuraplaques ließen sich in beiden Modalitäten gleichwertig nachweisen. Verkalkungen der Plaques wurden in der CT deutlicher dargestellt, konnten aber auch mit der T1w Bildgebung mit radialer Auslese nachgewiesen werden.

Die hochaufläsende und schnelle Bildgebung der MRT als Modalität ohne Strahlenbelastung ist sensitiv in der Beurteilung von langstreckigen Pleuraverdickungen. Auch lieferte die MRT einen sensitiveren Nachweis von kleinen Mesotheliombefunden und entzündlichen Pleuraveränderungen (Asbestpleuritis), nachteilig sind derzeit noch die lange Untersuchungszeit sowie die gegenwärtig hohen Kosten.