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15. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie

27.04. bis 29.04.2006, Weimar

Die Versorgung des traumatischen Hämo- und Hämopneumothorax mittels videoassitierter Thorakoskopie (VATS)

Meeting Abstract

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  • corresponding author K. Welcker - Klinik für Thoraxchirurgie, Interdisziplinäres Lungenzentrum Klinikum Bremen-Ost, Bremen
  • F. Schumm - Bremen
  • B. Schlolaut - Bremen
  • E. Hecker - Bremen

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie. 15. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie. Weimar, 27.-29.04.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06dgt08

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgt2006/06dgt08.shtml

Veröffentlicht: 26. April 2006

© 2006 Welcker et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die Drainageneinlage ist in vielen allgemein- und unfallchirurgischen Kliniken die erste und einzige Maßnahme zur Therapie und Behandlung eines traumatischen Hämothorax. Wir haben seit Dezember 2003 mit den allgemein- und unfallchirurgischen Abteilungen der Versorgungsregion eine Vereinbarung, dass die Verletzungen des Thorax durch die Klinik für Thoraxchirurgie primär versorgt oder konsiliarisch mitbetreut werden (können).

Material und Methoden: Zwischen 1/2004 und 12/2005 erfolgte bei 23 Patienten (18m, 5w) die operative Versorgung eines traumatischen Hämo- oder Hämo-Pneumothorax durch videoassistierte Thorakoskopie. Das Durchschnittsalter betrug 53 Jahre (16-87 Jahre). 15 Patienten wurden aus den erstversorgenden Krankenhäusern verlegt. 8 Patienten waren primär in der Thoraxchirurgie aufgenommen worden. 15 Patienten hatten einen Hämo- oder Hämo-Koagulothorax, 8 Patienten einen Hämo-Pneumo-Thorax. Die Ursachen des Hämothorax waren Sturz(n=8), Verkehrsunfall (n=6), iatrogen (n=4), Messersticheverletzung (n=3), Schussverletzung (n=1) und Durchspießung (n=1). 11 Patienten hatten eine Rippenserienfraktur erlitten, 10 Patienten hatten eine Lungenparenchymverletzung und bei vier Patienten bestand zusätzlich eine Zwerchfellruptur.

Ergebnisse: Die operative Versorgung erfolgte bei neun Patienten am Traumatag primär per VATS. Im Durchschnitt am fünften Tag nach Trauma (0-21 Tage). In zwei Fällen war eine ergänzende Mini-Thorakotomie notwendig. Ein Patient msste wegen Nachblutung am zweiten postoperativen Tag revidiert werden. Kein Patient verstarb. Die durchschnittliche Krankenhausverweildauer betrug 9,6 Tage (2-22 Tage), die durchschnittliche postoperative Krankenhausverweildauer betrug 7,6 Tage.

Schlussfolgerung: Die videoassistierte Thorakoskopie ist ein sicheres Verfahren in der primären und frühzeitigen Therapie aller Formen des Hämothorax. Sie bietet gegenüber der alleinigen Drainageanlage den Vorteil der raschen und suffizienten Häm- und Koagelausräumung, der sicheren Beurteilung von Parenchymläsionen oder anderer Blutungsursachen und daraus folgenden primären operativen Versorgung der entsprechenden Verletzungen. Wir empfehlen die videoassistierte Thorakoskopie zur Inspektion und ggf. Versorgung bei allen Formen des traumatischen Hämothorax.