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49. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Plastische und Wiederherstellungschirurgie (DGPW)

Deutsche Gesellschaft für Plastische und Wiederherstellungschirurgie e. V.

06.10.-08.10.2011, Ulm

Alternative Versorgung großer Thoraxwanddefekte bei nicht verwendbaren Muskellappenplastiken

Meeting Abstract

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  • corresponding author Holger Rupprecht - Klinikum, Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Fürth
  • Martin Rexer - Klinikum, Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Fürth
  • Daniel Ditterich - Klinikum, Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Fürth

Deutsche Gesellschaft für Plastische und Wiederherstellungschirurgie. 49. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Plastische und Wiederherstellungschirurgie (DGPW). Ulm, 06.-08.10.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgpw087

DOI: 10.3205/11dgpw087, URN: urn:nbn:de:0183-11dgpw0874

Veröffentlicht: 7. Dezember 2011

© 2011 Rupprecht et al.
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Gliederung

Text

Bei Metastasen der Thoraxwand, infiltrierenden Lungentumoren sowie ausgedehnten Traumen (z.B. Schrotschußverletzung) müssen gelegentlich große Defekte in Kauf genommen werden. In der Hauptsache, um eine RO-Resektion zu zu erzielen. In einzelnen Fällen können die resezierten Areale nicht durch "lokale" Muskelplastiken (z.B. M. pectoralis major. Latissimus dorsi) gedeckt werden, da diese durch Nekrosen, Kachexie, ausgedehnten Resektionen bei der Erstoperation sowie durch traumatische Zerstörung, nicht mehr verwertbar sind. Zur Versorgung dieser Patienten haben wir ein "4-Stufen-Konzept" entwickelt. Zunächst Vollwandresektion der betroffenen Region mit anschließender Deckung des Defektes, bevorzugt mit Goretex Dualmesh, da dieses Interponat nicht nur eine gute Stabilität des Brustkorbes ermöglicht, sondern aufgrund seiner Elastizität, auch eine suffiziente Atemexkursion zuläßt. Danach wird über eine Oberbauchlaparotomie das Omentum majus, gestielt an der Arteria epiploica dextra, nach thorakal verlagert , um damit das Interponat abzudecken. Als dritte "Schicht" erfolgt die Versiegelung mit einem Vakuumschwammverband (VAC), an dem ein Sog mit 125 mm Hg angeschlossen wird. Auf diese Weise kommt es zu rascheren Granulation des Wundgebietes. Dieses VAC wird im zweitägigem Rhythmus gewechselt, wobei dies in der Regel in Lokalanästhesie "am Bett" erfolgen kann. Nach etwa 1 bis 2 Wochen erfolgt schließlich die Deckung des granulierten Wundgebietes mit einem Spalthautlappen (0,3 mm Dicke, Größe 1 : 1,5). Diese Methode bietet im Vergleich zur konventionellen Versorgung mit Muskellappen einige Vorteile: Geringere postoperative Schmerzen, Mobilisierung bereits am 1. postop. Tag, ansprechende kosmetische Ergebnisse und vor allem erheblich geringerer Zeitaufwand, der besonders bei Risikopatienten (z.B. COPD) oder in bestimmten "Krisensituationen" (z.B. Feldlazarett) zum Tragen kommt. Diese Methode benötigt auch keinen plastischen Chirurgen, sondern kann von jedem erfahrenen Allgemeinchirurgen durchgeführt werden.