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49. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Plastische und Wiederherstellungschirurgie (DGPW)

Deutsche Gesellschaft für Plastische und Wiederherstellungschirurgie e. V.

06.10.-08.10.2011, Ulm

Möglichkeiten und Grenzen der ileopouch-analen Rekonstruktion nach Proktocolektomie bei Colitis ulcerosa

Meeting Abstract

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  • corresponding author Florian Kühn - Uniklinikum Rostock, Allgemein-, Thorax-, Gefäß- und Transplantationschirurgie, Rostock
  • Leif Schiffmann - Uniklinikum Rostock, Allgemein-, Thorax-, Gefäß- und Transplantationschirurgie, Rostock
  • Nicole Hoth - Uniklinikum Rostock, Allgemein-, Thorax-, Gefäß- und Transplantationschirurgie, Rostock
  • Ernst Klar - Uniklinikum Rostock, Allgemein-, Thorax-, Gefäß- und Transplantationschirurgie, Rostock

Deutsche Gesellschaft für Plastische und Wiederherstellungschirurgie. 49. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Plastische und Wiederherstellungschirurgie (DGPW). Ulm, 06.-08.10.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgpw062

DOI: 10.3205/11dgpw062, URN: urn:nbn:de:0183-11dgpw0628

Veröffentlicht: 7. Dezember 2011

© 2011 Kühn et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: Die Proktokolektomie ist prinzipiell die einzige kurative Therapie für Patienten mit Colitis ulcerosa (CU). Die restaurative Proktokolektomie mit ileoanaler Pouch-Anastomose (IAP) gilt als Verfahren der Wahl, bleibt jedoch ein komplexes Operationsverfahren mit nicht zu vernachlässigender Morbidität. Die Rate an Pouchversagen rangiert in der Literatur zwischen 3-15% und Pouchitisraten variieren zwischen 10-75%. In einer retrospektiven Analyse sollten Therapieergebnisse über einen Zeitraum von mehreren Jahren dargestellt werden.

Methoden: Datenerhebung mittels eines zuvor konzipierten Dokumentationsbogens von 56 Patienten, die in der Zeit von 2005 bis 2010 operiert wurden. Die retrospektive Analyse der erhobenen Daten erfolgte mit dem Statistikprogramm SPSS 15.0.

Ergebnisse: Von 56 operierten Patienten erhielten 41 (73%) eine restaurative Proktokolektomie mit IAP. Bei weiteren 15 (27%) Patienten wurde eine subtotale Kolektomie durchgeführt. Die mittlere Erkrankungsdauer lag zum Operationszeitpunkt bei 10,4 Jahren und das durchschnittliche Alter bei 43 Jahren. Die Indikation zur OP wurde in 63% bei therapierefraktären Fällen gestellt. 26% der Patienten zeigten Dysplasien oder Neoplasien und 11% wurden notfallmäßig operiert. Die IAP erfolgte bei 31 von 41 (76%) Patienten durch zweizeitiges Vorgehen mit Anlage einer protektiven Ileostomie. 7 Patienten (17%) wurden dreizeitig und 3 Patienten (7%) einzeitig operiert. Schwerwiegendere postoperative Komplikationen wie Abszessformation, Anastomoseninsuffienz oder Fistelbildung traten bei 9 Patienten (22%) auf. Die operative Revision wurde bei 4 Patienten (9,8%) transanal und bei 5 Patienten (12,2%) transabdominell durchgeführt. Darunter benötigten 2 Patienten (4,9%) eine Pouchneuanlage. Zu einem Pouchversagen (Ileostoma >2 Jahre) kam es bei 2 von 41 Patienten (4,9%). Eine Pouchitis wurde insgesamt bei 15 der 41 Patienten (37%) diagnostiziert, wovon 13 (86,7%) als primär chronische und 2 (13,3%) als sekundäre Pouchitis gewertet wurden. Eine Assoziation mit vermehrten Komplikationen konnte für verschiedene Parameter wie u.a. Alter, Krankheitsdauer oder chirurgisches Verfahren ausgeschlossen werden.

Schlussfolgerung: Zusammenfassend ist die Proktokolektomie mit IAP bei CU ein anspruchsvolles chirurgisches Verfahren der Wahl mit nicht geringer Komplikationsrate. Durch effiziente Komplikationsbeherrschung in erfahrenen Zentren kann die Rate an Pouchversagen dennoch gering gehalten werden.