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43. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen e. V. (DGPRÄC), 17. Jahrestagung der Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen e. V. (VDÄPC)

13.09. - 15.09.2012, Bremen

20 Jahre Einsatz mit Mercy Ships. Die Behandlung maximal entstellender Tumoren des Gesichtsschädels und der vorderen Schädelbasis

Meeting Abstract

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  • presenting/speaker L. Köper - Ev. Diakoniekrankenhaus, MKG, Bremen, Germany
  • G. R. Parker - MV Africa Mercy, Maxillo-Facial Surgery, Lomé/Togo
  • G. Eggers - Kopfzentrum Weinheim, MKG Chirurgie, Weinheim, Germany

Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen. Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen. 43. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC), 17. Jahrestagung der Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen (VDÄPC). Bremen, 13.-15.09.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. DocFV24

DOI: 10.3205/12dgpraec035, URN: urn:nbn:de:0183-12dgpraec0356

Veröffentlicht: 10. September 2012

© 2012 Köper et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Tumore der Gesichtsschädel sind in Westafrika sehr häufig. Es ist bisher nicht ausreichend wissenschaftlich geklärt, weshalb eine Häufung in Afrika auftritt. Durch ihre immense Größe und die Entstellung führen diese Erkrankungen zu schwerwiegenden gesundheitlichen und sozialen Problemen und nicht behandelt letztlich zum Tod über eine langen Leidensdauer. Eine Therapie ist nur chirurgisch möglich. Wir berichten retrospektiv über einen Zeitraum von 20 Jahren seit 1993

Material und Methoden: Im genannten Zeitraum wurden über 300 Patienten mit entstellenden Tumoren des Oberkiefers und Unterkiefers behandelt. Die Tumoren hatten zum Teil monströse Größen erreicht. Die Diagnostik war zunächst nur klinisch und in radiologischen Übersichtaufnahmen möglich, seit 2001 konnte CT-Diagnostik, seit 2010 auch Cone Beam Tomographie zur präoperativen Diagnostik eingesetzt werden. Die Chirurgie erfolgte im Sinne einer kompletten Entfernung, soweit möglich wurden die Resektate histologisch aufbereitet. Die Rekonstruktion des Unterkiefers erfolgte primär mittels Titanplatten, sekundär mit freien Knochentransplantaten. Im Oberkiefer kam vermehrt muskuläre Rekonstruktion zum Einsatz.

Ergebnisse: Die häufige Verbreitung von Gesichtsschädeltumoren in Westafrika erfordert nach Diagnostik eine radikale chirurgische Entfernung und anschließende Rekonstruktion. Nur so ist eine Heilung zu erreichen. Rekonstruktionen führen auf Grund der mutilierenden Defekte nicht immer zur befriedigenden Ergebnissen.

Schlussfolgerung: Unsere Erfahrung zeigt, dass große Gesichtstumore vor Ort in Afrika behandelt werden können, wenn die Infrastruktur vorhanden ist. Das schließt eine sachgemäße präoperative Diagnostik, eine sichere Chirurgie unter Beachtung der Risiken, und eine postoperative Intensivüberwachung ein. Sind diese Voraussetzungen gegeben, kann dem Patienten eine medizinische Evakuierung nach Europa erspart bleiben.