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49. Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie (ÖGPÄRC), 42. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen e. V. (DGPRÄC), 16. Jahrestagung der Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen e. V. (VDÄPC)

29.09. - 01.10.2011, Innsbruck

Erfahrungen bei der operativen Behandlung von Tierbißverletzungen an Hand und Unterarm

Meeting Abstract

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  • author Marco Döll - Kliniken des Main-Taunus-Kreises, Klinik für Plastische, Hand- und Rekonstruktive Chirurgie, Bad Soden
  • Michael Sauerbier - Kliniken des Main-Taunus-Kreises, Klinik für Plastische, Hand- und Rekonstruktive Chirurgie, Bad Soden

Österreichische Gesellschaft für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie. Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen. Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen. 49. Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie (ÖGPÄRC), 42. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC), 16. Jahrestagung der Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen (VDÄPC). Innsbruck, 29.09.-01.10.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgpraecP53

DOI: 10.3205/11dgpraec243, URN: urn:nbn:de:0183-11dgpraec2432

Veröffentlicht: 27. September 2011

© 2011 Döll et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Bissverletzungen durch Tiere – in der Regel durch Katzen oder Hunde verursacht – sind in ca. 1-2% der Grund für die Vorstellung in einer chirurgischen Notaufnahme. Betroffen sind in den meisten Fällen die obere Extremität, insbesondere die Hände, in zweiter Linie Kopf und Nacken. Wir möchten von den operativen Erfahrungen und den Ergebnissen bei der Behandlung von Tierbissen an Hand und Unterarm berichten.

Material und Methoden: Zwischen 2005 und 2011 wurden in unserer Klinik 67 Operationen aufgrund von Tierbißverletzungen an Hand und Unterarm durchgeführt. In 51% der Fälle handelte es sich um eine Katzenbißverletzung, in 44% der Fälle um Hundebisse, in den übrigen Fällen um Bisse anderer Tierarten. Die durchgeführten Eingriffe umfassten in ca. 20% das primäre Debridement der Wunde, die übrigen Eingriffe bezogen sich aufgrund verspäteter ärztlicher Konsultation auf die Therapie von Komplikationen, insbesondere phlegmonöser Entzündungen mit Beteiligung funktioneller Strukturen. Das Behandlungskonzept bei frischen Tierbißverletzungen umfaßt das Debridement, die Ruhigstellung und die Einleitung einer kalkulierten Antibiose.

Ergebnisse: Bei rechtzeitigem Debridement, Ruhigstellung und antibiotischer Therapie betrug die Komplikationsrate in unserem Patientengut ca. 15%. Bei verzögertem Therapiebeginn war die Morbidität wesentlich erhöht und das ästhetische und funktionelle Ergebnis signifikant schlechter als bei frühzeitiger Behandlung. In ca. 10% der Fälle waren lappenplastische Rekonstruktionen oder Hauttransplantationen notwendig.

Schlussfolgerung: Dem frühzeitigen Debridment von Bißverletzungen und der antibiotischen Therapie kommt eine wichtige Bedeutung bei der Verhinderung von Komplikationen zu. Bei verschleppter Behandlung ist das ästhetische und funktionelle Ergebnis drastisch verschlechtert. Insbesondere bei Katzenbißverletzungen liegt aufgrund der punktionsartigen Bißwunde ein erhebliches Risiko für eine Infektion von Sehnenscheiden und Knochen vor.