gms | German Medical Science

20. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI)

Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI)

19.04. - 21.04.2012, Mannheim

Die Regulation des Phagozytose induzierten Zelltodes durch die Proteine der Bcl-Familie unterscheidet sich bei neonatalen und adulten Monozyten

Meeting Abstract

  • presenting/speaker Anja Leiber - Universitätsklinikum Tübingen, Neonatologie, Tübingen
  • Benjamin Graf - Universitätsklinikum Tübingen, Neonatologie, Tübingen
  • Bärbel Spring - Universitätsklinikum Tübingen, Neonatologie, Tübingen
  • Christian F. Poets - Universitätsklinikum Tübingen, Neonatologie, Tübingen
  • Thorsten Orlikowsky - Universitätsklinikum Aachen, Sektion für Neonatologie, Aachen
  • Christian Gille - Universitätsklinikum Tübingen, Abteilung Neonatologie und Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene, Tübingen

Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie. 20. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI). Mannheim, 19.-21.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgpi22

DOI: 10.3205/12dgpi22, URN: urn:nbn:de:0183-12dgpi224

Veröffentlicht: 22. März 2012

© 2012 Leiber et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Hintergrund: Die neonatale Sepsis führt zu inflammatorischen Folgeerkrankungen, die durch verzögerte Beendigung der Entzündungsreaktion z. B. durch Monozyten getriggert werden können. Monozyten von Neugeborenen (NSBMO) gehen nach Infektion mit Escherichia coli (E. coli) deutlich weniger in Apoptose als Monozyten von Erwachsenen (PBMO) und können so weiter proinflammatorisch wirken. Wie es zur Apoptoseresistenz kommt ist bisher unklar. Zu den beteiligten Signalproteinen für den intrinsischen Signalweg der Apoptose gehören als wichtige Vertreter die Proteine der Bcl-Familie, die über die Beeinflussung des mitochondrialen Membranpotentials die Ausschüttung von Cytochrom C steuern.

Hypothese: NSBMO exprimieren nach Phagozytose von E. coli vermehrt antiapoptotische Proteine der Bcl-Familie. Proapoptotische Proteine werden vermindert exprimiert.

Methoden: PBMO und NSBMO wurden für 60 Minuten mit E. coli infiziert. 60 und 120 Minuten p.i. wurde die Expression von pro- (Bax, Bid, Bim) und antiapoptotischen (Bcl-XL und Mcl-1) Bcl-Proteinen mittels qRT-PCR ermittelt. 60 Minuten p.i. wurde eine durchflusszytometrische Messung der Proteine Bcl-XL, Bax und Bim durchgeführt. Nichtinfizierte Monozyten dienten als Kontrolle.

Ergebnisse: Bei infizierten im Vergleich zu nicht infizierten NSBMO war die relative mRNA-Expression von Bcl-XL 1,7fach erhöht, bei infizierten PBMO zeigte sich eine 0,9fache Verminderung (NSBMO vs. PBMO p<0,05). Die relative mRNA-Expression von Bim war bei infizierten im Vergleich zu nicht infizierten PBMO und NSBMO gleichermaßen erhöht. In der Durchflusszytometrie war die mittlere Fluoreszenzintensität (MFI) infizierter PBMO für Bax im Vergleich zu nicht infizierten NSBMO deutlich erhöht (58,6±14,3 vs. 12,6±10,0 MFI). In NSBMO wurde Bax nach Infektion in geringerem Maße hochreguliert (12,8±8,3 vs. 38,2±11,3; p<0,05 vs. PBMO). Für Bim und Bcl-XL zeigte sich bei infizierten PBMO und NSBMO keine Änderung im Vergleich zur Kontrolle.

Schlussfolgerung: Infektion mit E. coli führte bei NSBMO zu einer Hochregulation der mRNA-Expression antiapoptotischer Proteine. Umgekehrt zeigte sich auf Proteinebene eine stärker Hochregulation proapoptotischer Proteine bei PBMO als bei NSBMO. Eine genaue Kenntnis der Apoptose auslösenden Signalwege würde die Möglichkeit der gezielten Beeinflussung eröffnen.