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32. Kongress der Deutschsprachigen Gesellschaft für Intraokularlinsen-Implantation, Interventionelle und Refraktive Chirurgie (DGII)

Deutschsprachige Gesellschaft für Intraokularlinsen-Implantation, Interventionelle und Refraktive Chirurgie (DGII)

15.02. - 17.02.2018, Dresden

Veterinärmedizinische Ophthalmochirurgie – aktuelle Aspekte zur Behandlung des Glaukoms beim Tier

Meeting Abstract

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  • Stefan Kindler - Wiesbaden

Deutschsprachige Gesellschaft für Intraokularlinsen-Implantation, Interventionelle und Refraktive Chirurgie. 32. Kongress der Deutschsprachigen Gesellschaft für Intraokularlinsen-Implantation, Interventionelle und Refraktive Chirurgie (DGII). Dresden, 15.-17.02.2018. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2018. Doc18dgii018

doi: 10.3205/18dgii018, urn:nbn:de:0183-18dgii0186

Veröffentlicht: 22. Februar 2018

© 2018 Kindler.
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Gliederung

Text

Glaukome kommen nicht nur beim Menschen vor, sie sind auch ein Teil des Alltages eines ophthalmologisch tätigen Tierarztes. In einer Studie an 1.592.831 Hunden fanden Gelatt und Mitarbeiter 2004 bei 1% aller Hunde ein Primärglaukom (American Cocker Spaniel 5,5%) sowie bei 1% aller Hunde ein Sekundärglaukom.

Die Anatomie der Abflusswege der meisten Patienten unterscheidet sich zum Primaten, so gibt es keinen Schlemmschen Kanal.

Klinisch werden die meisten Patienten bereits wegen Blindheit vorgestellt. Weiterhin werden Mydriasis, konjunktivale / episklerale Gefässinjektion, generalisiertes Hornhautödem, Makrophthalmus und cupping des Sehnervenkopfes beobachtet.

Zur Diagnostik werden u.a. neben der Handspaltlampenbiomikroskopie und der indirekten Kopfbandophthalmoskopie, Tonometrie (Applanation- und Reboundtonometrie), Gonioskopie, Ultraschall und Ultraschallbiomikroskopie routinemäßig eingesetzt. Eine Perimetrie ist nicht möglich und die OCT-Untersuchung des Sehnervenkopfes meist nur bei sedierten Patienten erfolgsversprechend.

Therapeutisch werden sowohl medikamentelle als auch operative Behandlungen eingesetzt, wobei tierartliche Unterschiede (z.B. Fehlen der FP-Rezeptoren im Ziliarkörper der Katze, systemische Nebenwirkungen der Medikamente) eine wichtige Rolle spielen.

Medikamentell werden überwiegend lokale Carboanhydrasehemmer und Prostaglandinanaloga, ggf. in Verbindung mit Betablockeren eingesetzt.

Operativ stehen heute die Zyklophotokoagulation (transskleral, Endophotokoagulation, Mikropulslaser) sowie die Gonioimplantation im Vordergrund. Bei blinden Patienten können intraokuläre Prothesen eingesetzt werden um ein ungestörtes Sozialverhalten zu ermöglichen.

Die Prognose ist stets vorsichtig zu sehen, da es ohne adäquate Therapie innerhalb von 1-2 Jahren zur Erblindung des kontralateralen Auges kommt.